99,9 Prozent: Nasenspray reduziert Corona-Viren

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Berlin -

Das Produkt ist seit über drei Jahren auf dem Markt, nun wurde das Plasma Liquid Nasensprüh-Gel der Firma Regeno auf eine mögliche Wirksamkeit gegenüber Sars-CoV-2 geprüft. Ursprünglich wurde das Rhinologikum als desinfizierendes Spray entwickelt zur Anwendung bei keimbedingten Atemwegserkrankungen wie Sinusitis und zur Linderung von Pollen- und Atemwegsallergien. Im Labor konnte eine Wirksamkeit gegenüber Sars-CoV-2 festgestellt werden.

Bei dem Produkt handelt es sich um ein mineralisches Gel mit physikalischer Wirkung. Es dient der Befeuchtung, Reinigung und Dekontamination der Nasenschleimhaut. Nun wurde das Spray von der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem Prüflabor Dr. Brill + Partner getestet.

Das Medizinprodukt zeigte im Labor, dass es Sars-CoV-2 fast vollständig inaktivieren konnte. Nach dem Kontakt mit dem Gel waren 99,9 prozent der Viren inaktiviert. Neben Wasser und Lithium-Magnesium-Natrium-Silicat ist noch Natriumhypochlorit enthalten – maximal 0,8 mg pro ml. Angewendet werden kann das Nasensprüh-Gel drei- bis fünfmal täglich mit jeweils ein bis zwei Sprühstößen je Nasenloch. Die Flasche sollte vor Gebrauch gut geschüttelt werden. Das Medizinprodukt darf nicht im Kühlschrank gelagert werden. Daten zur prophylaktischenAnwendung am Menschen liegen aktuell nciht vor.

Die Produkte der Plasma-Linie sind allgemein zur Desinfektion von Haut und Schleimhäuten zugelassen. Die Lösungen und Gele sind wirksam gegen Viren, Bakterien, Sporen und Mykosen. Auch MRSA kann laut Hersteller durch die Anwendung inaktiviert werden. „Die Produkte sind frei von Chemie, Alkohol oder Medikamente und wirken rein physikalisch. Eine Ladung von 850 mV (Redoxpotential) bewirkt einen osmotischen Druck, dem Strukturen von Keimen nicht widerstehen können, sie werden zerstört“, so die Erklärung zur Wirkungsweise vom Hersteller.

Nasensprays als Prophylaxe vor Corona sind immer wieder Thema. Einige Hersteller können ähnliche Ergebnisse für ihre Produkte verzeichnen wie Regeno. So hatte Hermes, der Hersteller des Rotalgen-Sprays Algovir, bereits zu Beginn der Corona-Pandemie das Präparat für besorgte Apothekenkunden vorgeschlagen. Im Oktober vergangenen Jahres reichte der Hersteller neue Daten nach: Algovir soll die Virenanzahl von Sars-CoV-2 auf den Schleimhäuten fast vollständig eliminieren – die Ergebnisse beruhen auf einer In-vitro-Studie. Verantwortlich für die Wirkung gegen das neuartige Coronavirus soll das aus Rotalgen gewonnene Galactose-Polymer Iota-Carrageen sein. Selbst bei starker Verdünnung soll die Substanz vor Sars-CoV-2 und anderen respiratorischen Viren schützen. Laut Gebrauchsanweisung wird Algovir eingesetzt „zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten oder grippalen Infekten mit viraler Ursache“.

 

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