Rx-Versandverbot

Wille: Nachkriegszeit statt Mittelalter

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Berlin -

Im öffentlichen Schlagabtausch um ein Rx-Versandverbot kommen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zwei weitere Liberalisierer zu Wort: der Vorsitzende der Monopolkommission, Professor Dr. Achim Wambach, und der stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Professor Dr. Eberhard Wille.

„Letztlich hilft der Versandhandel bei der Versorgung entlegener Gebiete“, sagte Wille. „Wenn wir den abschaffen, liefen wir vielmehr in Gefahr, die Versorgung zu schwächen. Denn wenn trotz eines Verbotes Apotheken in entlegenen Gebieten schließen müssten, stünde auch der Versandhandel nicht mehr zur Verfügung.“

Wille sieht nicht die Gefahr von Versorgungslücken: Denn auf dem Land sei die Wettbewerbsintensität unter Apotheken vergleichsweise gering, deshalb werde dort mehr Wettbewerb auch kaum zu Schließungen führen. Höher sei der Wettbewerbsdruck dagegen in den gut versorgten Städten. Dort gebe es auch dann kein Versorgungsproblem, wenn Anbieter aus dem Markt gingen. „Die Angst, dass in den strukturschwachen Gebieten die Versorgung gefährdet wird, erscheint mir weitgehend unbegründet“, sagte Wille der FAZ.

Sollte es doch zu Versorgungsengpässen kommen, gebe es wirksame und marktkonforme Instrumente zur Abhilfe, sagte Wille und nannte als Beispiel die Selbstdispensation. Die sei nach dem Krieg in unterversorgten Randgebieten erlaubt gewesen und werde heute noch in Österreich praktiziert. Nicht zuletzt könne man – analog zum Sicherstellungzuschlag der Kliniken – Apotheken auf dem Land eine Art Grundsicherung anbieten. Dass das übermäßig teuer wäre, befürchtet Wille nicht. „Das würde man vielfach über den Wettbewerb in den Ballungsgebieten wieder hereinholen.“

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