Medienschlacht um Rx-Versand

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Berlin - Nach dem EuGH-Urteil wird politisch um den Rx-Versandhandel gestritten – Gegner und Befürworter liefern sich einen hitzigen Schlagabtausch. Der Kampf um die Versorgung der Patienten wird auch über die Medien ausgetragen.

In zahlreichen Berichten und Kommentaren setzen sich Journalisten und Gastkommentatoren mit den möglichen Auswirkungen des EuGH-Urteils und den Plänen für ein Rx-Versandverbot auseinander. Während die Apotheker in der Regionalpresse mit ihren Argumenten für eine gesetzliche Regelung werben, holen in den überregionalen Medien die Freunde einer Liberalisierung zum Gegenschlag aus.

So meldet sich Thomaso Duso, Abteilungsleiter Unternehmen und Märkte am Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW) in Berlin, in einem Gastkommentar im Handelsblatt zu Wort. Unter der Überschrift „Der völlig falsche Weg“ warnt er davor, den Rx-Versand zu verbieten. „Versandapotheken haben großes Potential, zur flächendeckenden Arzneimittelversorgung beizutragen. Ein Verbot von Versandapotheken wäre kontraproduktiv“, warnt er. „Hier würde technologischer, durch die Digitalisierung ermöglichter Wandel verhindert“.

Stattdessen sollte der Gesetzgeber den Mut haben, neue Instrumente zu nutzen, die geeignet seien, die Ziele der Arzneimittelversorgung zu erreichen und den Wettbewerb zwischen den Apotheken zu fördern. Duso schwebt dabei vor, eine Preisobergrenze für von den Apotheken frei wählbare Servicepauschalen einzuführen, die direkt von den Patienten zu bezahlen wären. Damit schließt er sich den Vorschlägen der Monopolkommission an. „Das Urteil des EuGH bietet eine Chance, neue Wege in der Regulierung des deutschen Apothekenmarktes zugehen“, ist Duso überzeugt.

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