Niedersachsen

Kühne (CDU) assistiert im Notdienst

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Berlin -

Zuletzt war der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne als Praktikant bei der Polizeiinspektion Northeim/Osterode im Einsatz. Am vergangenen Sonntag besuchte „Kühne im Einsatz“ die Mühlen-Apotheke in Northeim und unterstützte Apotheker Wolfram Schmidt bei seinem Notdienst. Vor allem über die Retax-Problematik wollte sich Kühne vor Ort ein Bild machen.

Retaxierungen seien derzeit ein wichtiges Thema im Apothekenbereich, so Kühne. Der Patient gehe mit seinem vom Arzt ausgestellten Rezept in die Apotheke und wolle die verordneten Medikamente abholen. „Leider gibt es oftmals wegen nicht korrekt ausgestellter Rezepte vom Arzt Probleme mit der Abrechnung bei den Krankenkassen und es kann so weit kommen, dass die Apotheke für ein ausgegebenes Medikament kein Geld erstattet bekommt.“

Das Thema ist für Kühne nicht neu. Über das Ärgernis „Nullretaxierung“ hat sich der Berichterstatter für Heil- und Hilfsmittel sowie für die nichtärztlichen Gesundheitsberufe der Arbeitsgruppe Gesundheit in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion schon vorab in anderen Apotheken informiert.

Am Sonntag konnte Kühne sich im Notdienst persönlich damit befassen. Schmidt konnte ihm problematische Rezepte vorlegen: „Es waren einige Personen am Sonntag mit dabei, die nicht korrekt ausgestellte Verordnungen in der Apotheke vorlegten“, berichtet Kühne. „Aber was soll die Apotheke in dieser Situation tun – dem Patienten das vielleicht sogar dringend benötigte Medikament nicht geben oder in Kauf nehmen, dass das Medikament von der Krankenkasse eventuell nicht bezahlt wird?“

Kühne zeigte Verständnis für die Sicht der Apotheker: Dies sei keine befriedigende Situation. Es müsse endlich gehandelt und eine eindeutige gesetzliche Regelung geschaffen werden. Kühne setzt auf die Schiedsstelle.

Zum Abschluss seines dreistündigen Praktikums bei Schmidt ist Kühne zufrieden, einmal hinter die Kulissen geschaut zu haben: „ Apothekerinnen und Apotheker leisten insbesondere durch ihr fachliches Wissen über die pharmazeutische Palette hinaus einen sehr wertvollen Beitrag für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Ich bleibe natürlich am Thema Retaxation dran und hoffe, dass es hierfür schnell eine gute Lösung für alle Beteiligten geben wird.“

Kühne hatte zuletzt an den Vorsitzenden der Schiedsstelle, Dr. Rainer Hess, geschrieben und Vorschläge gemacht, wie das Thema Retaxationen in geordnete Bahnen gelenkt werden könnte. In den Verhandlungen zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz hatte er sich bereits dafür eingesetzt, dass Vertragsärzte zum Einsatz tauglicher Praxissoftware verpflichtet werden. Ab 2017 dürfen sie nur noch eine EDV nutzen, „welche bereits im Prozess des Ausstellens einer Heilmittelverordnung auf Formfehler achtet und nur korrekt ausgestellte Verordnungen zulässt“, so Kühne.

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