Preis: Impfen und geimpft werden

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Berlin - Der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) fordert, dass Apothekenpersonal zeitnah gegen Corona geimpft wird. Dann könnten Apotheker*innen und PTA nicht nur ihre Rolle bei der Testung wahrnehmen, sondern auch noch Patient*innen gegen Corona impfen.

Verbandschef Thomas Preis sprach sich beim virtuellen „Zukunftskongress Öffentliche Apotheke“ dafür aus, dass die Teststrategie qualitätsgesichert ausgebaut und Apotheken als wichtige Anlaufstelle genutzt werden – auch um zu Laientests fachkundig zu beraten. Aus diesem Grund sollten diese nur über Apotheken abgegeben und nicht über Supermärkte verramscht werden, so Preis. Das Wissen über Corona-Tests und deren Anwendung sei in der Bevölkerung nicht sehr groß. Deswegen und auch wegen der Dokumentation und Meldung von möglichen Positivfällen gehörten sie in die Apotheke.

In diesem Zusammenhang forderte er nachdrücklich, dass Apotheker*innen in den kommenden Wochen schneller als ursprünglich geplant geimpft werden. Schließlich seien Apotheker in den vergangenen Monaten dauerhaft einer ständigen Infektionsgefahr ausgesetzt.

Auch bei der Corona-Impfung der Bevölkerung sollten die Apotheken eingebunden werden, so Preis. Denn Studien verdeutlichten, dass die Nebenwirkungen ähnlich ausfielen wie die Nebenwirkungen bei Grippeimpfstoffen. Und da Apotheker, wie unter anderem das Modellprojekt in Nordrhein zeige, inzwischen Grippeimpfungen erfolgreich durchführten, sollten auch Coronavirus-Impfungen in Apotheken grundsätzlich möglich sein, so Preis.

Laut Preis müssen die Impfungen vorangebracht werden und dabei auch beachtet werden, dass die Impfkapazitäten mit dem zunehmenden Angebot an Impfstoff Schritt halten. Wenn Ärzte in Impfzentren und künftig auch Hausärzte es nicht schaffen sollten, die verfügbaren Impfstoffe zeitnah zu verabreichen, dann müsse die Politik hier schnell eine Entscheidung treffen. Die Menschen würden es nicht akzeptieren, wenn Impfstoff da sei, aber nicht unmittelbar verimpft werden könne. Die Apotheken stünden bereit.

Auch die Ausgabe von FFP2-Masken in Apotheken muss laut Preis aufgrund der andauernden pandemischen Lage fortgeschrieben werden. Dasselbe gilt laut Verbandschef für die erleichterten Abgabemöglichkeiten bei den Rabattverträgen im Sinne einer schnellen und sicheren Arzneimittelversorgung. Generell müssten die Kompetenzen der Apotheker und ihrer Teams in der Pandemie weiterhin genutzt werden. „Wir Apotheker erklären Gesundheit, wir erklären den Menschen die Pandemie“, betonte Preis.

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