Kassenärzt:innen hoffen auf Nuvaxovid

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Berlin -

Die Einführung eines proteinbasierten Impfstoffs gegen das Coronavirus könnte nach Meinung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen die Impfquote deutlich steigern. „Ich denke, dass zwei Drittel derjenigen, die bislang bewusst ungeimpft sind, sich damit behandeln lassen würden“, sagte KV-Chef Dr. Klaus Heckemann. Als
Beispiel nannte Heckemann den Impfstoff des US-Herstellers Novavax, für den die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Montag grünes Licht gegeben hatte.

Das Novavax-Präparat ist weder ein mRNA-Impfstoff wie die Präparate von Biontech und Moderna noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Es enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Sie sollen dafür sorgen, dass der Köper selbst die Produktion von Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus ankurbelt.

Ein Teil der Ungeimpften sei misstrauisch gegen die mRNA-Impfstoffe, sagte Heckemann. Das liege auch daran, dass in den sozialen Medien Meinungen von angeblichen Experten geteilt würden.

Oberlehrerhafte Impfkampagne

Schuld an der niedrigen Impfquote, die mit knapp 60 Prozent in Sachsen so niedrig ist wie in keinem anderen Bundesland, sei jedoch auch die schlechte Kommunikation bei der Impfkampagne. „Die Impfkampagne kommt oft oberlehrerhaft rüber», sagte Heckemann. Den Bürger:innen werde nicht das Gefühl vermittelt, dass sie für mündig gehalten würden und eine eigene Entscheidung treffen könnten. «Besonders Ostdeutsche reagieren darauf allergisch.“

Deshalb sei er gegen weitere Plakatkampagnen, die Impfungen bewerben. Heckemann warb noch einmal für einen Vorschlag, den er am Freitag bei einem Corona-Briefing mit der Landesregierung gemacht hatte. Alle über 60-Jährigen sollten einen Brief mit Informationen zu Vorteilen und Angeboten einer Booster-Impfung bekommen.

Die zuständige EMA-Expertenkommission hatte sich am Montag für die Zulassung des Novavax-Impfstoffs (Nuvaxovid) ausgesprochen. Dieser wird in zwei Dosen im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Er ist den Studien zufolge mit einem Infektionsschutz von etwa 90 Prozent hochwirksam. Wie stark er allerdings bei der sehr ansteckenden Omikron-Variante wirkt, ist noch unklar.

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