Knappschaft: Neue Rabattverträge für Ibu-Saft | APOTHEKE ADHOC
Kinderarzneimittel ausgeschrieben

Knappschaft: Neue Rabattverträge für Ibu-Saft

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Berlin -

Der Preisdruck auf dem Generikamarkt ist hoch, besonders bei Kinderarzneimitteln sind die Auswirkungen in den letzten Monaten deutlich geworden, viele Hersteller ziehen sich aus dem Markt zurück. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stellt daher auch Festbeträge und Rabattverträge auf den Prüfstand. Die Knappschaft Bahn See (KBS) sucht trotzdem jetzt neue Rabattpartner – auch für Ibuprofen-Säfte.

Zuletzt hatte die AOK Aufsehen erregt, da unter anderem für viele Antibiotika neue Rabattverträge geschlossen wurden. Die Knappschaft hat nun Ausschreibungen für insgesamt 123 Wirkstoffe veröffentlicht. Daraus sollen sich ab November neue Rabattverträge mit zwei Jahren Laufzeit ergeben.

Bei den Losen für bis zu drei Rabattpartner sind einige Wirkstoffe dabei, die von den Lieferengpässen betroffen sind: Der Blutdrucksenker Bisoprolol, Protonenpumpeninhibitor Pantoprazol, aber auch Antibiotika wie Amoxicillin und Ciprofloxacin sind ausgeschrieben.

Sogar für den Wirkstoff Ibuprofen sollen neue Verträge geschlossen werden. Ein Los beinhaltet Tabletten, Filmtabletten, Kautabletten, Kapseln, Dragees, Weichgelatinekapseln, aber auch Schmelztabletten. Die Schmelztabletten sind für Kinder ab sechs Jahren zugelassen und seit mehreren Monaten nicht lieferbar.

Ein weiteres Los ist ausgeschrieben für Ibuprofen in den Kinderdarreichungsformen Sirup und Suspension zum Einnehmen. Auch wenn sich bis zu drei Rabattpartner aus den Ausschreibungen ergeben können, bleibt der Preisdruck für die Kinderarzneimittel damit bestehen. Ohnehin stellt sich die Frage, wie der Rabattvertrag aufgefächert werden soll, wenn es nur zwei oder – wie bei den Schmelztabletten – nur einen Anbieter gibt.

Preisabstand als Klausel

Außerdem gilt: „Sollte bei den Losen im 3-Partner-Modell die Differenz der Einsparungen zwischen den potentiell zu bezuschlagenden erst- und zweitplatzierten Angeboten eines Loses größer als 40 Prozent sein, dann fallen das jeweilige zweit- und drittplatzierte Angebot bezüglich dieses Loses aus der Wertung und der Zuschlag erfolgt letztlich im 1-Partner-Modell. Ergibt sich eine entsprechende Differenz zwischen zweit- und drittplatziertem Angebot, erfolgt der Zuschlag im 2-Partner-Modell.“

Schon jetzt haben sich viele Hersteller aus dem Markt zurückgezogen oder können zu den niedrigen Festbeträgen nicht mehr wirtschaftlich produzieren. Die Folgen spiegeln sich seit Monaten in den nicht abreißenden Lieferengpässen gerade bei den fiebersenkenden Kinderarzneimitteln wider.

Für Salbutamol-Inhalationslösung ist sogar von vornherein ein Exklusivvertrag vorgesehen. Das Arzneimittel ist aktuell kaum verfügbar und auch hier ist der Preisdruck besonders deutlich: Kein Anbieter kann es noch zum Festbetrag anbieten, auch bei den Generika von Ratiopharm, Hexal, Penta und Aliud/Stada fallen fünf Euro Mehrkosten an.

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