Infliximab-Vertrag

TK holt Hospira an Bord

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Berlin -

Seit das Immunsuppressivum Infliximab im Februar seinen Patentschutz verloren hat, schließen die Kassen munter Rabattverträge mit den Herstellern der Biosimilars. Eine Gruppe von sechs Kassen um die Techniker Krankenkasse (TK) konnte für ihren Open-House-Vertrag jetzt einen neuen Partner gewinnen: Ab Juli ist auch das Präparat des Herstellers Hospira mit dem Handelsnamen Inflectra unter Vertrag.

Das Originalpräparat Remicade von Johnson & Johnson (J&J) wird in Deutschland von MSD Sharp & Dohme vertrieben. Der Wirkstoff ist zur Behandlung rheumatologischer Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis (RA) und Morbus Bechterew sowie von Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen. Auch bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis) kann der Wirkstoff eingesetzt werden.

Die TK hatte zusammen mit der DAK-Gesundheit, der KKH, die BKK vor Ort, der Pronova BKK und der HEK Rabattverträge für den den biotechnologisch hergestellten Wirkstoff geschlossen. Bei den Open-House-Verfahren können sich alle Hersteller beteiligen, die den Wirkstoff zu den Konditionen der Kasse liefern.

Neben dem Original Remicade und Inflectra von Hospira gibt es Remisma, das in Deutschland von Mundipharma vertrieben wird. Beide Präparate sind Schwesterprodukte, denn hinter beiden steht der südkoreanische Hersteller Celltrion. Die TK hat nunmehr mit allen drei Anbietern Verträge geschlossen, außerdem mit dem Reimporteur Axicorp.

Der Dienstleister GWQ ServicePlus hatte sehr früh Verträge mit Mundipharma und dem Originalhersteller geschlossen. Daran haben sich insgesamt 42 Kassen beteiligt. Zum 1. April traten die Rabattverträge in Kraft. Die Barmer GEK war – ebenfalls mit offenen Verträgen im Mai nachgezogen.

Remicade ist seit 1999 in Europa zugelassen und brachte 2013 weltweit einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro). In Deutschland wurde das Präparat laut Arzneiverordnungsreport im gleichen Zeitraum knapp 70.000 Mal an Kassenpatienten abgegeben. Den Kassen entstanden dadurch Kosten von rund 200 Millionen Euro.

Das Original hatte Mitte Februar seinen Patentschutz verloren. Inflectra und Remsima erhielten im September 2013 die Zulassung in der EU. In Mittel- und Osteuropa sowie auf einigen kleineren Märkten Westeuropas war Inflectra bereits auf dem Markt.

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