Remsima

Rabattvertrag für Infliximab

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Berlin -

Kaum auf dem Markt, ist das biotechnologisch hergestellte Immunsuppressivum Remsima (Infliximab) unter Rabattvertrag. Nur vier Wochen nach Markteinführung hat der deutsche Vertriebspartner Mundipharma für das Biosimilar von Celltrion einen Vertrag mit dem Dienstleister GWQ ServicePlus geschlossen. Insgesamt gilt der Vertrag für 42 Krankenkassen, darunter 35 Betriebskrankenkassen und vier Innungskrankenkassen. Partner des Open-House-Vertrags ist außerdem der Originalhersteller Johnson & Johnson mit seinem Präparat Remicade. Zum 1. April tritt der Vetrag in Kraft.

Der Wirkstoff ist zur Behandlung rheumatologischer Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis (RA) und Morbus Bechterew sowie von Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen. Auch bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis) kann der Wirkstoff eingesetzt werden.

Am 18. Februar hatte der Dienstleister Partner für eine nicht-exklusive Rabattvereinbarung über den Wirkstoff gesucht. Bis zum Start exklusiver Verträge im Zuge eines EU-weiten, offenen Vergabeverfahrens steht der Vertrag allen Marktteilnehmern zum Beitritt offen.

Der schnelle Vertragsabschluss zeige, dass auch die aufwändig zu entwickelnden biosimilaren Antikörper ohne Verzögerungen für Krankenkassen selektivvertraglich zugänglich gemacht werden könnten, heißt es bei GWQ. Dadurch ergäben sich nennenswerte Einsparungspotenziale für die Kassen, zugleich werde es den Ärzten erleichtert, ihr Verordnungsspektrum zu erweitern.

Die GWQ geht davon aus, dass Ärzte vor allem bei der Neueinstellung von Patienten auf Remsima zurückgreifen würden. Der Vertragsabschluss habe Bedeutung über den Wirkstoff hinaus: Er zeige, wie es durch eine speziell auf den Markt zugeschnittene Vertragskonzeption gelingen könne, auch die Hersteller hochkomplexer Biosimilars frühzeitig für Rabattverträge zu gewinnen. „Angesichts der stetig wachsenden Bedeutung dieser Produkte in der Arzneimitteltherapie ist das ein wichtiges Element zur Steigerung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der GWQ-Kundenkassen.“

Das Originalpräparat Remicade wird von Janssen, der Pharmasparte des US-Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson (J&J), hergestellt und in Deutschland von MSD Sharp & Dohme vertrieben. Im Februar verlor das Produkt seinen Patentschutz. Neben Celltrion launchte kürzlich auch Hospira den monoklonalen Antikörper unter dem Namen Inflectra.

Daraufhin suchten die Techniker Krankenkasse (TK), die DAK-Gesundheit, die KKH, die BKK vor Ort, die Pronova BKK und die HEK gemeinsam Partner für den den biotechnologisch hergestellten Wirkstoff. Der Vertrag soll ebenfalls nicht exklusiv mit einem Hersteller, sondern in einem Open-House-Verfahren geschlossen werden. Das garantiere allen Marktteilnehmern die Möglichkeit eines Vertragsabschlusses zu einheitlichen Bedingungen, so die TK. Das fördere die Vielfalt im Markt und Biosimilars könnten sich in diesem etablieren.

Das Original kostet in der 5er-Packung knapp 4680 Euro. Das Biosimilar von Hospira liegt bei 3500 Euro und das von Celltrion bei rund 3750 Euro. Die gängigen Reimporte von Emra, ACA Müller und Orifarm liegen bei rund 4550 Euro. Inflectra und Remsima erhielten im September 2013 die Zulassung in der EU.

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