Apotheker als EU-Pharmalobbyist

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Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wurde auf das junge Talent aufmerksam und machte ihm 1988 ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte. „Zu dieser Zeit begann der Bereich der Selbstmedikation immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Man suchte jemanden, der das betreut.“ Schweren Herzens zog er von Kiel nach Frankfurt, damals Sitz des BPI. Nach kurzer Zeit bekam er auch den Bereich Forschung und Entwicklung mit dazu. „Jetzt wurde ich so richtig gefordert. Ich musste mich in die Verbandsstrukturen und ins Management einfinden, politische Ziele definieren und Aktionen vorbereiten“, erzählt Cranz.

So erarbeitete er auch inhaltliche Vorlagen für den BPI-Vertreter in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. „Man sah in mir ein gewisses Potenzial und machte mich zu seinem Ferienvertreter. Damals war es noch viel wichtiger, als Verband vor Ort Präsenz zu zeigen. Man führte viel mehr Gespräche mit den Bundestagsabgeordneten als heute. So kam ich in die Lobbyarbeit.“

Bald schon weckte er internationales Interesse. Der Europäische Dachverband der Selbstmedikationsindustrie (AESGP) suchte einen neuen Hauptgeschäftsführer und lockte Hubertus Cranz nach Paris. „Ich hatte Französisch in der Schule, es war schon ein Traum, hier zu arbeiten.“ Doch merkte er schnell, dass der Verband einen Umzug brauchte, um seine Zukunft zu sichern. „Paris ist toll, aber Brüssel ist besser, wenn man an seiner Relevanz arbeiten will. Man muss eng am politischen Geschehen bleiben.“

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