Hessen

Weidemann: Ohne Pathos und Posen

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Berlin -

Der neue Vorstandsvorsitzende des Hessischen Apothekerverbands (HAV), Dr. Detlef Weidemann, will die Arbeit des Verbands neu ausrichten. In seiner Antrittsrede kündigte er an, die Zeit der einsamen Kapitäne, die Zeit von Pose und Pathos sei vorbei. „Ich möchte den HAV zu einem Mitmach-Verband machen.“

Als wichtigstes inhaltliches Ziel sieht Weidemann demnach eine Verbesserung der Honorierung und eine Entlastung von überbordender Bürokratie. Er wolle die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle selbstständigen Apotheke ihre Betriebe so entwickeln könnten, wie sie es in ihrer Verantwortung für richtig hielten.

Dazu gehöre auch die manchmal mühsame Arbeit, zwischen Krankenkassen, Ärzteorganisationen und der Apothekerschaft Lösungen zu finden, die dieses Ziel ermöglichten, so Weidemann. Großen Wert legt er auf eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit, zu der auch die Präsenz in sozialen Netzwerken gehöre

Weidemann war in der vergangenen Woche zum Vorstandsvorsitzenden des HAV gewählt worden. Der Inhaber der Sonnen-Apotheke in Wiesbaden löste damit den langjährigen HAV-Chef Dr. Peter Homann ab, der nicht zur Wahl angetreten war. Er will sich aus der Berufspolitik zurückziehen.

Zu Weidemanns Stellvertreter wurde Holger Seyfarth (Arnsburg-Apotheke, Frankfurt) ernannt. Das Amt des Schatzmeisters ging an Uwe Arlt (Turm-Apotheke, Weiterstadt-Braunshardt), sein Vize ist Dr. Ulrich Roesrath (Rosen-Apotheke, Bad Karlshafen). Zum Schriftführer wurde Bernd Rupprecht (Modau-Apotheke, Mühltal) gewählt, zu seiner Stellvertreterin Miriam Oster (Columbus Apotheke, Oberursel). Die Vorstandsmitglieder Mira Sellheim (Apotheke am Ludwigsplatz, Gießen) und der ehemalige Vize Hans-Rudolf Diefenbach (Rosen-Apotheke, Offenbach) haben kein Amt inne.

Weidemann und die vier neu in den Verbandsvorstand gewählten Arlt, Oster, Rupprecht und Seyfarth hatten sich schon im vergangenen Jahr zusammengetan: Im Vorfeld der Kammerwahl warben sie für die Listen 5 und 8, die aus der Liste der ehemaligen Kammerpräsidentin Erika Fink hervorgegangen waren. Auf Liste 5 hatte Dr. Cora Menkens für das Amt als Kammerpräsidentin kandidieren wollte, musste sich aber Ursula Funke geschlagen geben, die – wie Diefenbach und Sellheim – Liste 9 angehört.

Homann hatte die Aktion und insbesondere seinen damaligen Vorstandskollegen Weidemann damals scharf kritisiert: „Standespolitische Weitsicht und die Fähigkeit, für die hessischen Apothekenleiterinnen und Apothekenleiter in der Zukunft als Teil des Vorstandes sprechen zu können, signalisiert das auf keinen Fall.“

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