Germeshausen: Tamoxifen-Engpass wegen Rabattverträgen | APOTHEKE ADHOC
LAV-Vize fordert neue Abgaberegeln

Germeshausen: Tamoxifen-Engpass wegen Rabattverträgen

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Berlin -

Beim Brustkrebs-Medikament Tamoxifen besteht einer dauerhafter Lieferengpass. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Landesapothekerverbandes Niedersachsen (LAV), Frank Germeshausen, sieht eine Mitschuld bei den Krankenkassen. Deren Rabattverträge würden die Hersteller möglicherweise dazu drängen, andere Märkte bevorzugt zu beliefern.

Zu Tamoxifen gibt es keine Alternative. „Dass ein solches Medikament schwer bis gar nicht in Deutschland verfügbar ist, ist ein Unding und macht den Patientinnen Angst“, kritisiert Germeshausen. Weshalb es zu dem Lieferengpass gekommen ist, weiß man beim LAV auch nicht. Die Herstellung des Arzneimittels ist jedenfalls komplex und benötige mehrere Wochen.

Die Situation werde wegen der Verträge der Krankenkassen verschärft, so Germeshausen. „Die Rabattverträge schränken die Hersteller hier in Deutschland finanziell ein. Da ist es durchaus denkbar, dass die Unternehmen den Bedarf zuerst in Ländern decken, wo sie diese Restriktionen nicht haben.“

LAV fordert Beinfreiheit

Da es auch bei anderen Arzneimitteln regelmäßig zu Engpässen kommt, fordert der LAV-Vize eine Lockerung der Vorschriften: „Damit Apotheken flexibel auf Engpässe reagieren können, ist es wichtig, dass wir eine möglichst große Freiheit in den Abgabebestimmungen haben.“ Die Pandemie habe den Mehrwert solcher erleichterten Regeln gezeigt. „Das Problem der Lieferengpässe begleitet unsere Arbeit schon seit Jahren. Es ist an der Zeit, dass die Politik diese Thematik angeht.“

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sollen im Laufe dieses Monates weitere Dosen Tamoxifen auf den Markt kommen und sich die Lage voraussichtlich ab Mai wieder entspannen. Bis dahin wurden einige Übergangslösungen gefunden. So hat der Hersteller Aristo ein Kontingent zur Verfügung gestellt und übrig gebliebene Ärztemuster umgewidmet. Die Abrechnung erfolgt über Sonder-PZN. Zudem können auch Präparate aus dem Ausland zur Verfügung gestellt werden. Allerdings müssen dabei Sonderregelungen zur Securpharm-Verifizierung beachtet werden.

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