Risikostrukturausgleich

Abrechnungsbetrug: AOK kauft sich frei APOTHEKE ADHOC, 12.11.2016 07:42 Uhr

Berlin - Kassen wollen Ärzte dazu bringen, für Patienten möglichst schwere Diagnosen zu dokumentieren. Denn dann gibt es mehr Geld. Als TK-Chef Jens Baas Anfang Oktober mit diesen Vorwürfen an die Öffentlichkeit ging, gab es im GKV-Lager einen Sturm der Entrüstung. Doch wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, hat eine Kasse bereits einen Millionenbetrag gezahlt, um ein Gerichtsverfahren abzuwenden.

Laut FAZ hatte das Bundesversicherungsamt von der AOK Rheinland-Hamburg 7 Millionen Euro wegen Falschcodierungen zurückgefordert: 5,6 Millionen Euro für den Gesundheitsfonds sowie 1,4 Millionen Euro Strafe.

„Im Zusammenwirken mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und ausdrücklicher Billigung durch die Aufsichtsbehörde“ soll die AOK „auf die Vertragsärzte in Nordrhein und Hamburg hingewirkt, die Diagnosen bei der Behandlung von AOK-Versicherten nachträglich derart zu ergänzen, dass die Versicherten kränker werden“, so der Vorwurf. Wegen nachträglicher Datenkorrekturen habe die AOK zu hohe Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhalten.

Der für Donnerstag angesetzte Gerichtstermin wurde jedoch abgesagt, weil die Kasse am Vortag den Bescheid des BVA doch noch akzeptiert und die Klage dagegen zurückgezogen hatte.
  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte