PJ: Studenten klagen über Ausbeutung

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Berlin - Lehrjahre sind keine Herrenjahre, doch gewisse Standards sollten sein. Die Medizinstudenten jedenfalls fühlen sich ausgebeutet und wollen das Praktische Jahr (PJ) reformieren. Das fordern die angehenden Ärzte, die im Hartmannbund und in der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD) zusammengeschlossen sind. Besonders die geltenden Regelungen zur Vergütung, Lehre und zu Fehltagen seien problematisch.

Im PJ sind die Medizinstudenten 48 Wochen ganztägig auf Station. Vier Monate absolvieren sie in der Chirurgie, vier Monate in der Inneren Medizin und vier Monate auf einer Wunschstation. Die ärztliche Approbationsordnung erlaubt dafür eine Aufwandsentschädigung bis zum BAföG-Höchstsatz von derzeit 597 Euro monatlich. Einen Mindestsatz gibt es nicht.

Laut einer Umfrage der Studentenvertretungen erhält ein Drittel der Studenten entweder keine Bezahlung oder höchstens 400 Euro monatlich. Für angemessen hielten etwa zwei Drittel der Befragten jedoch 500 bis 900 Euro monatlich. BMVD und Hartmannbund fordern, den BAföG-Höchstsatz bundesweit als Aufwandsentschädigung im PJ festzusetzen. Zum Vergleich: Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) erhalten nach aktuellem Tarifvertrag monatlich 880 Euro.

30 Tage dürfen Medizinstudenten während ihres PJ fehlen. Dabei ist nicht geregelt, ob sich diese Fehlzeit auf Urlaubs- oder Krankheitstage bezieht. Das zwinge Studenten dazu, im Krankheitsfall auf Urlaub zu verzichten – oder aber krank zur Arbeit zu kommen, so die BVMD und der Hartmannbund. Das gefährde die Gesundheit der angehenden Ärzte und ihrer Patienten gleichermaßen. Krankheitsbedingte Ausfälle dürfen deshalb nicht als Fehltage angerechnet werden, fordern die Studentenvertretungen.
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