Wirkstoffpflaster richtig entsorgen

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Berlin - Wirkstoffhaltige Pflaster wollen nicht nur richtig geklebt, sondern auch entsorgt werden. Denn auch zum Zeitpunkt des Pflasterwechsels sind die transdermalen Systeme noch mit Arzneistoff beladen und können zur Gefahr werden, beispielsweise wenn sie in Kinderhände gelangen. Außerdem bergen die Pflaster ein Missbrauchspotenzial.

Nikotin-, Schmerz-, Opioid- oder Hormonpflaster zählen zu den gängigen transdermalen Systemen (TTS) aus der Apotheke. Da die Arzneimittel bei falscher Anwendung nicht nur eine Gefahr bergen für die Verwender, sondern auch für unbeteiligte Personen sein können, sollten sie stets außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden. Außerdem kann eine separate Lagerung von Wundpflastern vor Verwechslungen und Fehlgebrauch schützen.

Eine gesetzliche Regelung zur Entsorgung der TTS gibt es nicht. Empfohlen wird eine sachgemäße und kindersichere Entsorgung nach dem Pflasterwechsel. In der Toilette sollten sie nicht landen. Patienten sollten das Pflaster in der Mitte nach innen so falten, dass die Klebeflächen aufeinander kleben. Anschließend kann das alte Pflaster in der Folie des neuen entsorgt werden. Die Pflaster wandern dann so oder in einem Kanüleneimer in den Hausmüll.

Ein Blick in die Packungsbeilage liefert Hinweise für die richtige Entsorgung. Novartis schreibt beispielsweise für die estradiol-haltigen Pflaster Estradot: „Verwendete und nicht verwendete Pflaster sollten entsprechend den nationalen Anforderungen beseitigt oder zurück in eine Apotheke gebracht werden, vorzugsweise in der Originalverpackung.“

Die Entsorgung von Opioid-Pflastern war auch Thema auf dem „Aktionstag gegen den Schmerz“. „Einer der verwendeten Wirkstoffe ist das Opioid Fentanyl, das bis zu hundertmal stärker als Heroin ist. Das macht die gebrauchten Pflaster interessant für Drogenabhängige“, sagt Professor Dr. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK). Drogenabhängige würden gebrauchte Pflaster im Müll von Kliniken, Heimen und Hospizen sammeln und auskochen, um die herausgelösten Wirkstoffe dann zu injizieren, so die Expertin. Überdosierung führe zu Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und sogar zum Tod.

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