Histaminintoleranz

Wenn die Tomate Juckreiz verursacht Deniz Cicek-Görkem, 19.06.2018 13:34 Uhr

Berlin - Histaminhaltige Lebensmittel können bei einigen Menschen zu Beschwerden des Gastrointestinaltrakts, Herz-Kreislauf-Systems oder der Haut führen. Hintergrund ist die Histaminintoleranz, die wahrscheinlich auf eine verringerte Aktivität der Diaminoxidase (DAO) zurückzuführen ist.

Histaminintoleranz ist ein pathologischer Prozess, der aus einem Ungleichgewicht zwischen den Mengen an freigesetztem Histamin und der Fähigkeit des Körpers, es zu metabolisieren, resultiert. Akkumuliertes Histamin führt zu Reaktionen wie Nesselausschlag, Hautrötung, Blutdruckabfall, Übelkeit und Kopfschmerzen. Bei Betroffenen kann daher die Lebensqualität stark eingeschränkt werden. Da sich das Beschwerdebild über eine Vielzahl unspezifischer klinischer Symptome manifestiert, wird die Nahrungsmittelunverträglichkeit oft vom Patienten und auch vom Arzt falsch interpretiert und nicht erkannt. Unter Experten wird das Krankheitsbild kontrovers diskutiert; Histeminintoleranz gehört zu den „umstrittenen Diagnosen“.

Histamin ist ein biogenes Amin und wird durch Decarboxylierung aus der nicht-essenziellen Aminosäure Histidin gebildet. Es spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und reguliert die Entstehung von Entzündungsreaktionen. Außerdem ist die Substanz an Prozessen des Gastronintestinaltrakts und des Zentralnervensystems beteiligt.

Beim Abbau von Histamin und anderen biogenen Aminen spielt die DAO eine Rolle. Menschen, bei denen die Histaminregulation funktioniert, können Histamin problemlos abbauen. Bei Menschen mit Histaminintoleranz liegt häufig eine verringerte Aktivität der DAO vor. Einzelne Studien geben zudem Hinweise, dass auch die Darmflora mit einem Überschuss an histaminbildenden Bakterien in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt.

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