OTC-Produkte

Stada kauft Daosin

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Berlin -

Stada bietet künftig auch verschreibungsfreie Produkte gegen enzymatische Nahrungsmittelunverträglichkeiten an. Der Bad Vilbeler Konzern hat das österreichische Unternehmen Sciotec Diagnostics Technologies übernommen. Hauptprodukt der Firma mit Sitz in Tulln ist Daosin.

Stada hat für den Kauf rund 17,2 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Übernommen wurden auch die Vertriebsstrukturen sowie die 17 Mitarbeiter. Sciotec bietet acht Produkte wie Lactosolv, Daovet, Migrasolv und Xylosolv an. Der Generikakonzern erwartet, mit den erworbenen Marken gegen Histamin-, Fruktose- und Laktose-Intoleranz in diesem Jahr rund 5,8 Millionen Umsatz zu erwirtschaften.

Derzeit werden die Erlöse zu gleichen Teilen in Deutschland und Österreich gemacht. 20 Prozent des Umsatzes wird über Vertriebspartner im Ausland erzielt. Daosin ist laut Stada weltweit das einzige dietätische Lebensmittel mit dem Enzym Diaminooxidase (DAO). Die Produkte sollen in Deutschland über Apotheken und zunächst nicht unter der Marke Stada vertrieben werden.

Sciotec wurde 2004 gegründet und bietet auch zeitlich befristete Auftragsarbeiten sowie Kosmetika an. Geschäftsführer ist Helmut Schmutz. Die Firma hat in den vergangenen Jahren mehrere Patente eingereicht.

„Durch den Zukauf erweitern wir unsere Markenprodukt-Aktivitäten um den Bereich der Nahrungsmittelunverträglichkeiten, um uns in diesem global stark wachsenden und lukrativen Markt entsprechend aufzustellen“, sagte Stada-Chef Hartmut Retzlaff. Stada bietet im Bereich Diagnostik einen Selbsttests zum Nachweis einer Glutenunverträglichkeit an.

Der Konzern hatte zuletzt sein Markensortiment mit mehreren Zukäufen erweitert. Vor etwa einem Jahr wurden für Großbritannien und Irland für rund 12,5 Millionen Euro die Rechte an Flexitol, einer Hauptflegeserie für Hände und Füße, erworben. Die Produkte sollen das Geschäft des OTC-Herstellers Thornton & Ross stärken, den Stada vor zwei Jahren für rund 259 Millionen Euro gekauft hatte. Zuvor hatte sich die russische Stada-Tochter Nizhpharm die Rechte an der OTC-Marke Aqualor für 131 Millionen Euro gesichert.

Im vergangenen Jahr machte das Markengeschäft 39 Prozent des Konzernumsatzes von 2,1 Milliarden Euro aus. Der Bereich legte um 14 Prozent auf 800 Millionen Euro zu, während das Generikageschäft um 1 Prozent auf etwas mehr als 1,2 Milliarden Euro rückläufig war. Wichtige Markenprodukte neben Apo-Go (51 Millionen Euro, plus 18 Prozent) und Ladival sind die Marken Aqualor (40 Millionen Euro) sowie Grippostad (34 Millionen Euro, minus 14 Prozent) und Snup (33 Millionen Euro, plus 34 Prozent).

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