US-Patent für Probiotikum gegen MRSA-Keime

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Berlin - Acht Jahre Entwicklungszeit und Investitonen im siebenstelligen Bereich zahlen sich jetzt aus: Die Berliner Belano Medical hat für den von ihr vertriebenen mikrobiotischen Wirkstoff Dermasana das US-Patent erhalten. 

Der neue Wirkstoff wurde bei einem Screening von mehreren Hundert Stämmen aus einer Stammsammlung auf anti-aureus-Aktivität für Belano Medical identifiziert. Der Wirkstoff stammt von einem Milchsäurebakterium (Lactobacillus gasseri) und bindet den gefährlichen Erreger Staphylococcus aureus. Dieser gehört zu den meistverbreiteten Keimen, die eine hohe Resistenz gegen Antibiotika entwickeln (MRSA). Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Infektion mit dem pathogenen Keim zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen bis hin zum Tod führen.

Dermasana wirkt spezifisch gegen Staphylococcus aureus (S.aureus). Der multiresistente Keim S. aureus dockt an der Hülle des Lactobacillus an und verbindet sich mit ihm. Der Keim wird dadurch isoliert und kann seine infektiöse Wirkung nicht mehr entfalten. Da der Wirkmechanismus ausschließlich auf der Hülle des Bakteriums beruht, brauchen zur Behandlung keine lebenden Bakterien verwendet werden. Der Wirkstoff enthält nur die Bakterienhüllen und ist damit ungefährlich.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Wegener kooperiert derzeit mit einem Medizinartikelhersteller, um den Wirkstoff als Wundauflage herzustellen. Die Anwendung ist denkbar einfach. Die Wundauflage kann beim bereits infizierten Patienten auf die betroffene Stelle aufgebracht werden. Es soll schon innerhalb weniger Sekunden eine schnelle Wirkung eintreten. Nach einiger Zeit kann die Wundauflage einfach entfernt werden, durch den Verbandswechsel verschwindet der gefährliche Erreger. Neben den Patentanmeldungen arbeitet das Unternehmen auch an den Zulassungen durch die europäische und die amerikanische Arzneimittelbehörde. Die Marktreife sieht Wegener in ein bis längstens zwei Jahren erreic

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