Januskinase-Hemmer

Rheumatoide Arthtritis: Zulassungsempfehlung für Rinvoq

, Uhr
Berlin -

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung für Rinvoq (Upadacitinib) zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis empfohlen. Das Immunsuppressivum ist ein selektiver und reversibler Januskinase-Hemmer (JAK-Hemmer). Rinvoq kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden.

Der Wirkstoff Upadacatinib lindert Symptome der rheumatoiden Arthritis signifikant, insbesondere Gelenkschwellungen und die daraus resultierenden Schmerzen. Die vollständige Indikation von Rinvoq lautet: Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARD) nicht ausreichend ansprechen oder diese nicht vertragen. Upadacitinib hemmt als JAK-Hemmer vorzugsweise die Signalübertragung durch JAK1 oder JAK1 und JAK 3 mit funktioneller Selektivität gegenüber Zytokin-Rezeptoren. Rinvoq kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden.

Die intrazelluläre Signalübertragung über Januskinasen bietet Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen bei hämatologischen, immunologischen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen, die durch Zytokine vermittelt werden. Sie beeinflussen das Wachstum und die Differenzierung von Immunzellen und spielen bei der Pathogenese von Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Krebs eine wichtige Rolle.

Das Eingreifen in die Signalkaskade der Januskinasen kann die Symptome bestimmter Zytokin-vermittelter Erkrankungen lindern. Die Symptomlinderung unter der Gabe von JAK-Inhibitoren kann aufgrund der Wirkunsweise effektiver sein als unter der Gabe von Biologika. JAK-Inhibitoren fangen, anders als Biologika, Zytokinsignale nicht extrzellulär, sondern intrazellulär ab und beeinflussen die Signalweiterleitung mehrerer Proteine gleichzeitig.

Das Arzneimittel soll als Retardtablette à 15 mg zugelassen werden. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Infektionen der oberen Atemwege, Übelkeit und Husten. Rinvoq soll auschließlich von Ärzten verschrieben wird, die Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von rheumatoider Arthritis haben.

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung, welche die Innenhaut (Synovialis) der Gelenke befällt und dadurch das klinische Bild einer Polyarthritis hervorruft. Darüber hinaus können auch andere Organe betroffen sein. Die Erkrankung zeigt einen progredienten Verlauf, der zur Zerstörung der Gelenke und zu schwerwiegenden Behinderungen bis zur Invalidität führen kann.

Die Ursachen sind teilweise ungeklärt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der bestimmte körpereigene Gewebe und Bindegewebe von Antikörpern und Phagozyten angegriffen werden. Es besteht eine genetische Disposition: Die rheumatoide Arthritis tritt familiär gehäuft auf und ist mit bestimmten MHC- beziehungsweise HLA-Merkmalen assoziiert. Das Vorhandensein der genetischen Variante HLA-DRB1 ist dabei das wichtigste ausschlaggebende, prädisponierendes Merkmal.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Gericht verbietet „Entwarnungshinweis“
Von wegen „alkoholfrei“ – Restalkohol in Aspecton »
EMA empfiehlt Antikörperpräparat
Beyfortus: Passive Immunisierung gegen RSV »
Mehr aus Ressort
Schlafprobleme bei Kindern möglich
Paracetamol: Gefahr in der Schwangerschaft? »
Diabetiker:innen bekommen Schwierigkeiten
Lieferengpass bei Insuman: Pen statt Patrone »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Gericht verbietet „Entwarnungshinweis“
Von wegen „alkoholfrei“ – Restalkohol in Aspecton»
Lüdering geht früher von Bord
Apobank: Noch ein Vorstand weg»
Schlafprobleme bei Kindern möglich
Paracetamol: Gefahr in der Schwangerschaft?»
Diabetiker:innen bekommen Schwierigkeiten
Lieferengpass bei Insuman: Pen statt Patrone»
Zwei Scheiben Brot fürs Wochenende
Wenn die Apotheke ein Supermarkt wäre»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Kassen schicken Geldtransporter zu Apotheke»
Funktion der Immunzellen gestört
Zecken: Speichel hemmt Abwehr»
Limit für geringfügige Beschäftigung erhöht
Minijob: 70 Euro mehr verdienen»
A-Ausgabe Oktober
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch»
Jede Verordnungszeile einzeln
Mehrfachverordnungen: Wie wird beliefert?»
Was wird von der Kasse erstattet
Retaxgefahr: Sprechstundenbedarf auf Rezept»