Impfstoffe

Pandemrix: Narkolepsie durch Virus-Protein

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Berlin -

Dutzende zusätzliche Narkolepsie-Fälle vor allem bei Kindern und Jugendlichen wurden nach der Schweinegrippe-Impfung mit Pandemrix (GlaxoSmithKline) europaweit registriert. Über die Ursache dieser Schlafkrankheit wurde lange gerätselt, nun legen Forscher einen möglichen Mechanismus dar. Auslöser ist demnach ein bestimmtes Virus-Protein, das einer Andockstelle im Gehirn ähnelt. In der Folge richte sich das Immunsystem gegen bestimmte, für das Schlafverhalten wichtige Zellen im Gehirn, berichtet das Team im Fachmagazin „Science Translational Medicine“.

Millionen Menschen in der EU hatten sich nach Empfehlungen der zuständigen Behörden in der Grippesaison 2009/2010 gegen die sogenannte Schweinegrippe, inzwischen auch Neue Grippe genannt, impfen lassen. Einer der dafür entwickelten Impfstoffe war Pandemrix des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK). Bei weniger als einem von 10.000 Geimpften sei anschließend eine Narkolepsie registriert worden, schreiben die Forscher. Die Nebenwirkung sei damit zwar selten, für die Betroffenen aber schwerwiegend.

Nicht nur in Europa, auch in China waren im Zuge der Schweinegrippe-Welle mehr Narkolepsie-Fälle registriert worden – dort allerdings bei nicht geimpften Menschen, die an Schweinegrippe erkrankt waren. Das lieferte einen ersten Hinweis, dass das Virus – wie auch der Virusteile enthaltende Impfstoff – Ursache der Erkrankung sein könnte.

Die Wissenschaftler verglichen die Zusammensetzung von Pandemrix mit der des Impfstoffs Focetria von Novartis. Dabei stießen sie auf ein Virus-Protein, das in Pandemrix in größeren Mengen vorhanden ist und in seiner Struktur sehr stark dem Rezeptor für Hypocretin ähnelt. Auch Focetria war 2009/2010 in Europa eingesetzt worden, hatte die Narkolepsie-Häufigkeit aber nicht erhöht.

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