Seltene Nebenwirkungen

Nuvaxovid: Peri- und Myokarditits-Ereignisse

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Berlin -

Der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid von Novavax erhielt Ende letzten Jahres die Zulassung. Seit Ende Februar ist er verfügbar und wird verimpft. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Nebenwirkungen, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Immunisierung auftraten, zusammengefasst. Das Ergebnis: Auch zu Nuvaxovid liegen Berichte über Peri- und Mykarditiden vor.

In den ersten drei Monaten, in denen Nuvaxovid verfügbar war, wurde das Vakzin 120.989 Mal verabreicht. In diesem Zeitraum wurden 696 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet – darunter auch schwere Ereignisse wie Myo- und Perikarditits.

In drei Fällen vermutete man einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Auftreten einer Perikarditis, in einem Fall einer Myokarditis. Es waren zwei Frauen und zwei Männer betroffen. Die ersten Impfreaktionen zeigten sich am selben Tag oder wenige Tage nach der Injektion. Die Aufnahme ins Krankenhaus erfolgte in zwei Fällen 14 Tage nach der Impfung. Die beiden Fälle, in denen Frauen von einer kardialen Beteiligung betroffen waren, konnten aufgrund nicht ausreichender Informationen nicht in Zusammenhang mit der Impfung gebracht werden.

Einzelfallberichte europaweit

Dennoch prüft auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff in Bezug auf die beiden schwerwiegenden Ereignisse. Denn europaweit kommt es zu einer geringen Zahl von Spontanberichten, dass auch beim Vakzin von Novavax Peri- und Myokarditiden auftreten. Bislang waren Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen vor allem nach der Verabreichung der mRNA-Vakzine aufgetreten. Später waren auch die Vektor-Impfstoffe diesbezüglich in den Fokus geraten.

Weitere schwerwiegende Ereignisse

In zwei Fällen wurde von Fazialparesen berichtet. In beiden Fällen wurde die Erstdosis verabreicht. Bei diesem Ereignis kommt es zur Lähmung des Gesichtsnerves. Je nach Schweregrad zeigt sich ein herabhängender Mundwinkel, ein inkompletter Lidschluss oder stärkere Einschränkungen der Gesichtsmimik. Einer der beiden Fälle kann laut PEI nicht unbedingt auf die Impfung zurückgeführt werden.

Des Weiteren liegen sechs Meldungen zu anaphylaktischen Reaktionen vor. Zwei Fälle wurden dabei nach den Kriterien der Brighton Collaboration als wahrscheinliche anaphylaktische Reaktion eingeordnet. Bei den aktuell berichteten Fällen von (Immun-) Thrombozytopenie weisen die Meldungen nicht darauf hin, dass die Impfung das Ereignis ausgelöst hat. Das PEI hat weitere Daten zur besseren Beurteilung angefragt.

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