Verhütung

Hormonspritze: Männer mit Gemütsschwankungen Nadine Tröbitscher, 05.11.2016 08:51 Uhr

Berlin - Hormonelle Verhütung bleibt weiterhin Frauensache: Bereits 2011 wurde eine WHO-Studie zur Anwendung von Hormonspritzen für den Mann vorzeitig abgebrochen. Den jetzt veröffentlichten Ergebnissen zufolge war die Wirkung zuverlässig; Gemütsschwankungen gaben den Ausschlag für das Aus.

Die Hormonspritze für den Mann mit Testosteron und Norethisteron galt als zuverlässiges Verhütungsmittel und hätte vielen Frauen die Einnahme von Hormonpräparaten ersparen können. Schon seit Ende der 1980er Jahre hofften Frauen auf „Gleichberechtigung“ in der hormonellen Verhütung. Mitte der 90er war das Produkt theoretisch fertig; 2001 wurde verkündet, dass es in fünf Jahren so weit ist. Heute, 15 Jahre später, kommt das vorläufige Aus.

Akne, Schmerzen an der Einstichstelle, gesteigerte oder verminderte Libido, Kopfweh, Muskelschmerzen und Gewichtszunahme waren die zu erwartenden Nebenwirkungen. Zusätzlich litten etwa 17 Prozent unter emotionalen Veränderungen, fast 3 Prozent fühlten sich depressiv.

Während der Studie traten verstärkt Gemütsschwankungen auf, sodass die Untersuchung abgebrochen werden musste. Ein Teilnehmer nahm sich das Leben, jedoch versicherte die Familie, dass der Suizid nichts mit der Studie zu tun hatte. Auffallend ist den Autoren zufolge auch, dass in der Placebo-Gruppe ebenfalls Stimmungsschwankungen auftraten.
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