Standard-Impfstoffe werden knapp | APOTHEKE ADHOC
Lieferengpässe

Standard-Impfstoffe werden knapp

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Berlin -

Mangelverwaltung bei Standardimpfstoffen: GlaxoSmithKline liefert wegen eines Herstellungsproblems seinen Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Priorix-Tetra) sowie den Varizellen-Einzelimpfstoff nicht mehr aus. Die fehlenden Mengen können voraussichtlich nicht kompensiert werden – das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Robert Koch-Institut (RKI) fordern die Ärzte angesichts des drohenden Ausfalls dazu auf, vorerst auf bestimmte Impfungen bei den Kleinkindern zu verzichten.

Laut GSK erfüllten einige Varilrix- und Priorix-Tetra-Chargen nicht die internen Qualitätsstandards für die Freigabe. Als Vorsichtsmaßnahme sei die interne Freigabe und Auslieferung aller Impfstoffe mit Varizellen-Antigen bis zum Abschluss der Untersuchungen gestoppt worden.

Die bereits ausgelieferten Chargen können laut PEI und RKI uneingeschränkt verwendet werden. Trotz der Vorräte und alternativer Impfstoffe befürchten die Experten allerdings Engpässe.

Als Ersatz für Varilrix steht laut Behörde der Varizellen-Einzelimpfstoff Varivax von Sanofi Pasteur MSD zur Verfügung. Anstelle von Priorix-Tetra soll Varivax mit einem der Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfstoffe Priorix (GSK) oder M-M-R-VaxPro (Sanofi Pasteur MSD) kombiniert werden.

Das PEI geht allerdings davon aus, dass die verfügbaren Mengen nicht den Bedarf in der Bevölkerung abdecken und daher die Lieferunfähigkeit von GSK nicht vollständig kompensieren können.

Sobald Varivax nicht mehr erhältlich ist, soll zumindest mit der MMR-Impfung begonnen werden. „Auf keinen Fall“ solle die Grundimmunisierung verschoben werden, so das PEI. Die verfügbaren MMR-Impfstoffe sollen daher prioritär für die Erstimpfung verwendet werden.

Anstehende Zweitimpfungen sollen dagegen verschoben werden, bis die Impfstoffe wieder verfügbar sind – und dann, genauso wie die Varizellen-Impfung, „möglichst zeitnah nachgeholt werden“.

PEI und RKI rechnen frühestens im Verlauf des zweiten Quartals mit einer erneuten Auslieferung der betroffenen GSK-Impfstoffe. „Der genaue Zeitpunkt hängt jedoch von den derzeit laufenden Untersuchungen des Herstellungsproblems ab“, so das PEI.

Die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen gehören zu den Standardimpfungen für Kinder: Die erste Impfung wird im Alter zwischen 11 und 14 Monaten verabreicht, die zweite zwischen dem 15. und 23. Monat.

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