Forscher entschlüsseln EHEC-Genom

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Berlin -

Wissenschaftler aus Hamburg und China haben das Genom des in Deutschland grassierenden EHEC-Bakteriums entschlüsselt. „Es handelt sich um einen besonderen Typ eines EHEC-Erregers“, sagte Bakteriologe Dr. Holger Rohde vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Mit Hilfe der genetischen Information soll es nun gelingen, die Therapie zielgerichteter und effektiver auf den neuen Typus des EHEC-Errgers auszurichten.

Die Forscher hätten in dem Erbgut des Keims Anteile zweier ganz unterschiedlicher Bakterienstämmen gefunden. „Dieser Stamm ist nur ein ganz entfernter Verwandter der üblichen EHEC-Bakterien“, ergänzte Rohde. In dem untersuchten Genom seien Teile des klassischen Erregers sowie von einem weiter entfernten Erreger gefunden worden.

Allem Anschein nach haben für die neue Kombination zwei Bakterienstämme Teile ihrer Erbsubstanz miteinander ausgetauscht. Mikrobiologen sprechen bei einem solchen Vorgang von „Konjugation“: Dabei gehen mit Teilen der DNA Eigenschaften eines Keimes auf andere über - es kommt zu Mischformen, in denen das genetische Material beider Ursprungsbakterien vereint wird.

In der Summe entstand ein E. coli-Bakterium, welches das Hämolytisch-Urämische Syndrom (HUS) auslösen kann, erläutert Rohde. Etwa 80 Prozent des neu entstandenen Bakteriums stammten vom E. coli-Stamm O104. Die übrigen 20 Prozent wurden von einem anderen Bakterium übernommenen. In diesem Teil des Genoms sind Erbanlagen zur Produktion des gefährlichen Shigella-Toxins, das den Patienten jetzt Probleme bereitet. Die Wissenschaftler nennen eine solche neue, gefährliche Konjugation „Chimäre“.

Diese genetische Neukombination begünstige zum Beispiel das Anheften der Bakterien an die Darmzellen. Damit bleiben die Keime länger im Darm - und können dort auch länger Schaden anrichten. Der Keim weise zudem ein ganz besonderes Resistenzprofil auf. Die Arbeit gelang gemeinsam mit Kollegen des chinesischen Beijing Genomic Institute.

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