Fatigue: Forscher entschlüsseln Hirnmechanismen

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Berlin -

Fatigue, also erhöhte Müdigkeit, ist eine der am häufigsten auftretenden Symptome der Multiplen Sklerose (MS). Bislang waren die zugrunde liegenden Hirnmechanismen unbekannt. Deutschen Forschern ist es nun gelungen, Funktionsveränderungen in unterschiedlichen Hirnarealen der Patienten nachzuweisen. Auf Basis dieser Erkenntnisse könnten künftig beispielsweise transkranielle elektrische oder magnetische Stimulation neue Therapieansätze darstellen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes des Lurija Instituts untersuchten die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Christian Dettmers und Professor Dr. Mircea Ariel Schoenfeld aus den Kliniken Schmieder Konstanz und Heidelberg die unterschiedlichen Ausprägungen von Fatigue mittels funktioneller Kernspintomographie während einer kognitiv anspruchsvollen Aufgabe (n-back-Test). Insgesamt wurden 40 MS-Patienten und 22 gleichaltrige gesunde Kontrollpersonen analysiert.

„Zum ersten Mal ist es gelungen, Funktionsveränderungen in unterschiedlichen Hirnnetzwerken der Patienten nachweisen“, so der Erstautor der Studie Stefan Spiteri. Die abnorme Grundmüdigkeit spiegelte sich in Veränderungen der Aktivität in höheren Kontrollnetzwerken des Vorderhirns wider. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler eine Abnahme der Aktivität in visuellen Aufmerksamkeitsnetzwerken des Hinterhaupthirns, die mit der abnormen Erschöpfbarkeit während der bearbeiteten Aufgabe einherging.

Fatigue ist ein multikausales Symptom, das neben MS bei verschiedenen Erkrankungen auftreten kann, beispielsweise Krebs, Hormonstörungen und chronische Infektionen. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Schätzungsweise leiden mehr als 80 Prozent der MS-Patienten an dieser körperlichen Schwäche und Müdigkeit. Für die Patienten ist es das am meisten belastende Symptom der Erkrankung. Aufgrund dessen sind die Erkrankten im Alltag stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und können oft nicht selbstständig handeln.

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