Blasenkrebs

Forscher entdecken Geruchsrezeptor in der Blase

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Berlin -

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben in der menschlichen Harnblase einen Riechrezeptor gefunden. Im Fachjournal „Frontiers in Physiology“ zeigen sie, warum diese Andockstelle als Biomarker für Blasenkrebs und andere Blasenkrankheiten dienen könnte.

Es ist bekannt, dass Geruchsrezeptoren, sogenannte olfaktorische Rezeptoren (OR), in einer Vielzahl von menschlichen Geweben exprimiert werden und auf verschiedene physiologische Prozesse wie Zellmigration, Proliferation oder Sekretion wirken. Sie gehören zur Klasse der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, die aus sieben Transmembrandomänen bestehen. Ektopisch exprimierte OR in Krebsgeweben spielen eine Rolle bei multiplen pathophysiologischen Prozessen. Sie können zudem als Biomarker für Karzinomgewebe von Prostata-, Lungen- und Kleingewebe genutzt werden.

Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Hanns Hatt und Dr. Lea Weber vom Lehrstuhl für Zellphysiologie konnte nun in Zusammenarbeit mit Kollegen der Augusta-Kliniken Bochum sowie der Universitätsklinik Düsseldorf zeigen, dass der gefundene Rezeptor OR10H1 in Blasenkrebsgewebe häufiger vorkommt als in gesundem Blasengewebe. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Sandelholz-verwandte Verbindung Sandranol ein spezifischer Agonist von OR10H1 ist. Sie untersuchten, wie sich kultivierte Tumorzellen verhalten, wenn das Protein durch Sandranol aktiviert wird. Hatt und Weber konnten die dazugehörige Signaltransduktion entschlüsseln.

Nach Zugabe von Sandranol, aber auch von Santanol, dem Hauptbestandteil des natürlichen Sandelholzöls, veränderten die Blasenkrebszellen ihre Form, sie wurden runder. Außerdem teilten sie sich seltener und waren weniger beweglich. „In unseren Zellkulturstudien konnten wir das Tumorwachstum mit Sandelholzduft signifikant hemmen“, sagt Hatt.

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