Impfstoffe

Engpässe: Stiko empiehlt Nachfrage in Apotheken

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Berlin -

Valneva kann seine Impfstoffe Ixchiq und Vimkunya sowie Ixiaro derzeit nicht liefern. Alternativen gibt es nicht, die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Patientinnen und Patienten das Nachfragen in den Apotheken.

Der Lebendimpfstoff Ixchiq und der VLP-basierte Totimpfstoff Vimkunya sind voraussichtlich bis Anfang/Mitte November nicht verfügbar. Zu den beiden einzigen in Deutschland zugelassenen Chikungunya-Impfstoffen gibt es keine Alternativen. „Eine Abfrage in regionalen Apotheken kann klären, ob trotz der offiziell gemeldeten Lieferengpässe noch Restbestände vorhanden sind.“

Reisenden wird nicht generell eine Impfung gegen Chikungunya empfohlen, sondern nur Personen ab zwölf Jahren, die

  • in ein Gebiet reisen, für das ein aktuelles Chikungunya-Ausbruchsgeschehen bekannt ist, oder
  • einen längeren Aufenthalt (> 4 Wochen) oder wiederholte Kurzzeitaufenthalte in einem Chikungunya-Endemiegebiet planen, wenn zusätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen schweren Verlauf der Erkrankung besteht, zum Beispiel ab einem Alter von 60 Jahren oder bei einer schweren internistischen Grunderkrankung.

Zusätzlich besteht eine berufliche Indikation für Personen mit gezielten Tätigkeiten mit Chikungunya-Viren, etwa in Laboren. Berufliche Reisen in Ausbruchsgebiete fallen laut Stiko unter die Reiseindikation.

Die Indikation und die Wahl des Impfstoffs liegen – unter kritischer Berücksichtigung möglicher Kontraindikationen wie Immundefizienz oder -suppression und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Analyse – im ärztlichen Ermessen.

Eingeschränkte Impfempfehlung

Die Stiko empfiehlt Ixchiq nur für Personen im Alter von 12 bis einschließlich 59 Jahren bei einem zu erwartenden hohen Infektionsrisiko. Für Personen ab 60 Jahren, für die laut Stiko nur der Totimpfstoff Vimkunya infrage kommt, besteht bei Nichtverfügbarkeit von Vimkunya keine empfohlene Impfoption. Für einmalige Reisen oder bei erhöhter Relevanz möglicher Nebenwirkungen ist – die Verfügbarkeit vorausgesetzt – eher Vimkunya zu erwägen, da dieser in den Zulassungsstudien ein günstigeres Sicherheitsprofil aufwies.

Die Möglichkeiten einer späteren Impfung oder Reise sind in die Abwägung einzubeziehen. Bei Langzeitaufenthalten in Endemiegebieten kann laut Stiko gegebenenfalls eine Impfung vor Ort erfolgen, sofern dort ein geeigneter Impfstoff verfügbar ist. Dabei sind die Altersempfehlungen und Kontraindikationen zu beachten.

Grundsätzlich sollte immer unabhängig von einer Impfung auf eine konsequente Expositionsprophylaxe in Form eines konsequenten Mückenschutzes geachtet werden:

  • Schlafen unter imprägnierten, kleinmaschigen Moskitonetzen
  • Aufenthalt in mückenarmen Räumen (Klimaanlage, Mückengitter an den Fenstern)
  • hautbedeckende, möglichst helle Kleidung, gegebenenfalls Imprägnierung mit Kontaktinsektiziden
  • ganztägige Anwendung geeigneter Repellentien auf unbedeckter Haut
  • Vermeidung von Brutstätten, zum Beispiel durch das Entleeren offener Wasserbehälter
  • Mückenschutz bis 14 Tage nach Rückkehr aus einem Risikogebiet, um eine Weiterverbreitung in Deutschland zu vermeiden.

Ixiaro fehlt ebenfalls

Der inaktivierte Japanische-Enzephalitis-Impfstoff Ixiaro fehlt voraussichtlich bis Ende November. Für den Impfstoff gegen die Japanische Enzephalitis ist derzeit ebenfalls kein zugelassener alternativer Impfstoff verfügbar. Auch hier sollen Kundinnen und Kunden in den Apotheken nach Restbeständen fragen.

Bei Langzeitaufenthalten in Endemiegebieten kann ebenfalls unter Umständen eine Impfung vor Ort erfolgen. Allerdings werden laut Stiko in einigen Ländern wie Australien und in Teilen Asiens auch attenuierte Lebendimpfstoffe gegen die Japanische Enzephalitis vertrieben, darunter ImoJEV und CD-JEVAX. Diese unterscheiden sich in Zusammensetzung und Impfschema vom Ixiaro; die üblichen Kontraindikationen für Lebendimpfstoffe sind zu beachten. Eine mögliche Austauschbarkeit oder gegenseitige Boosterung von Tot- und Lebendimpfstoffen gegen Japanische Enzephalitis wurden nicht bewertet.

Grundsätzlich sollte auch hier auf eine Expositionsprophylaxe in Form eines konsequenten Mückenschutzes geachtet werden.

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