Dengue-Impfstoff

Dengvaxia erhält Zulassungsempfehlung APOTHEKE ADHOC, 20.10.2018 09:05 Uhr

Berlin - Umstrittener Impfstoff zur Zulassung empfohlen: Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat den Markteintritt von Dengvaxia – einem tetravalenten Dengue-Lebendimpfstoff von Sanofi – empfohlen. Zuletzt war die Vakzine in den Negativschlagzeilen.

Geht es nach den EMA-Experten, könnte Dengvaxia zur Prävention von Dengue-Fieber, verursacht durch die Dengue-Virus-Serotypen 1 bis 4, auf den Markt kommen. Indiziert wäre die Vakzine für Personen im Alter zwischen neun und 45 Jahren, die in einem gefährdeten Gebiet leben oder bereits zuvor an Dengue-Fieber erkrankt waren. Die endgültige Entscheidung der EU-Kommission wird laut Sanofi noch im Dezember erwartet.

Die Zulassungsempfehlung schließt Menschen, die auf dem europäischen Festland oder außerhalb der tropischen Gebiete leben aus, da Dengue in diesen Regionen nicht auftritt. Dengue wird von der Aedes-Mücke, die in den Tropen und Subtropen weit verbreitet ist, übertragen. Die weltweit am häufigsten durch Stechmücken übertragene Virusinfektion kann unterschiedliche Verlaufsformen haben. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen unter grippeähnlichen Symptomen. Etwa 2 Prozent erkranken an schwerem Dengue. Pro Jahr bezahlen etwa 20.000 Menschen die Infektion mit dem Leben. Eine spezifische Behandlung sowie einen Impfstoff in der EU gibt es nicht. Dengvaxia ist jedoch bereits in 20 Ländern zur Dengue-Prophylaxe zugelassen.

Hauptrisikogruppen für schwere Verlaufsformen sind Menschen in jungem Alter, mit chronischen Erkrankungen und Sekundärinfektionen durch aufeinanderfolgende Infektionen verschiedener Serotypen. Denn im Laufe des Lebens können mehrere Dengue-Infektionen auftreten, zudem gibt es vier Serotypen.

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