Acesal 250 mg: Abschied vom „Ost-Aspirin“ | APOTHEKE ADHOC
OTC-Analgetika

Acesal 250 mg: Abschied vom „Ost-Aspirin“

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Berlin -

Einige Medikamente aus der ehemaligen DDR sind in den neuen Bundesländern nach wie vor beliebt. Allerdings gibt es auch Marken, die zu wenig einbringen. Das bekannte Schmerzmittel Acesal verschwindet in der Dosierung zu 250 mg vom Markt. Auch andere Hersteller räumen ihre Sortimente auf.

Künftig wird Acesal nur noch mit 500 mg Acetylsalicylsäure erhältlich sein. Die Produktion für die Stärke zu 250 mg wurde bereits im Februar eingestellt. Der Hersteller Dr. Kade aus Berlin nennt wirtschaftliche Gründe als Ursache für die Entscheidung. Der Hersteller hatte das Präparat 2013 im Zuge der Übernahme des deutschen Takeda OTC-Portfolios in sein Sortiment übernommen.

Die abgesetzten Mengen des Arzneimittels waren zu gering, daher werde keine neue Ware in den Verkehr gebracht. Die Packungen, die noch im Umlauf sind, bleiben bis zum Ablauf des Haltbarkeitsdatums verkehrsfähig. Das OTC-Produkt wurde zur Thrombozytenaggregationshemmung eingesetzt. Die Indikation bezog sich beispielsweise auf die Thromboseprophylaxe, Herzinfarktprophylaxe bei beispielsweise instabiler Angina pectoris sowie zur Verhütung von Reinfarkten und Hirninfarkten. Auch zur Anwendung bei Fieber und leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen hat Acesal 250 mg eine Zulassung.

Acesal zu 500 mg ist von der Streichung nicht betroffen. Die Tabletten werden weiterhin in den Packungsgrößen 20 und 50 Stück produziert. Das Produkt wird gegen Schmerzen und Fieber eingenommen.

Das „Ost-Aspirin“ konnte sich nicht gegen das Original durchsetzten, obwohl Acesal das einzige Produkt in der Wirkstärke 250 mg war. Im Handel befinden sich Präparate zu 75, 100, 300 oder 500 mg Acetylsalicylsäure.

Der Generikahersteller Heumann streicht gleich reihenweise Präparate aus seinem Sortiment. So trennt man sich beispielsweise von diversen Präparaten mit den Wirkstoffen Amoxicillin, Diclofenac, Ibuprofen, Nitrendipin und Venlafaxin. Die Absätze der Produkte hätten lange Zeit keine Rolle gespielt, daher trenne man sich von den Präparaten, so ein Firmensprecher. Man habe über längere Zeit keine Rabattverträge geschlossen und es seien auch keine Sicht.

Pfizer nimmt den Trockensaft Zithromax zu 37,5 ml mit dem Wirkstoff Azithromycin vom Markt. Damit verabschiedet sich der Hersteller von einem seiner drei Azithromycin-Trockensäfte. Nicht von der Streichung betroffen sind Zithromax für Kinder bis 25 kg und das Produkt für Kinder von 26 bis 45 kg. Die Tabletten in den Stärken 250 und 500 mg werden ebenfalls weiterhin im Handel erhältlich sein.

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