Adipositas

USA: „Besorgniserregend fettleibig“

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Berlin -

In nicht einmal 20 Jahren soll fast die Hälfte der Amerikaner nach einer neuen Studie fettleibig sein. Den bei der  Fachtagung „Weight of the Nation“ in Washington vorgestellten Daten zufolge werden im Jahr 2030 etwa 42 Prozent der US-Bürger einen Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 haben. Derzeit seien es 36 Prozent. Der Anteil der „besorgniserregend fettleibigen“ Menschen – ein BMI von 40 oder mehr – werde sich mehr als verdoppeln: Derzeit seien es 4,9 Prozent, für das Jahr 2030 rechnen die Forscher mit 11 Prozent.

 

Trotz der besorgniserregenden Zahlen haben die Gutachter aber auch eine gute Nachricht: Die Menschen werden zwar immer dicker, aber sie werden es langsamer. Tatsächlich hatten die Wissenschaftler vor ein paar Jahren noch mit einer deutlich höheren Quote adipöser Menschen im Jahr 2030 gerechnet, nämlich mit 51 Prozent.

Studienleiter Dr. Eric Finkelstein von der Duke University in North Carolina zufolge ist unklar, warum diese Entwicklung etwas gebremst ist: Entweder hätten staatliche Aufklärung und verändertes Gesundheitsbewusstsein tatsächlich etwas bewirkt. Oder die Amerikaner hätten in einigen Gebieten einfach schon den Grad an Übergewicht erreicht, der kaum noch zu steigern sei.

Der Studie zufolge ist Übergewicht auch ein gewaltiger volkswirtschaftlicher Faktor. Demnach müssen bis 2030 fast 550 Milliarden US-Dollar an Gesundheitskosten durch Diabetes und Herzkrankheiten ausgegeben werden.

 

 

Für ihre Prognose hatten die Forscher Daten des sogenannten „Behavioral Risk Factor Surveillance System“ aus den Jahren 1990 bis 2008 ausgewertet. Diese Telefonumfrage unter Millionen Bürgern in allen Teilen und Gebieten der USA gilt als größte Gesundheitsumfrage der Welt.

Zudem wurden Daten der einzelnen Bundesstaaten ausgewertet. Nach Angaben der Forscher hat sich gezeigt, dass die Menschen in aller Regel ihr Gewicht unterschätzen und sich gleichzeitig für größer halten als sie tatsächlich sind.

Übergewicht wird in den USA immer mehr ein öffentliches Thema und auch ein neuer Markt. So gibt es inzwischen Särge, die doppelt so breit sind wie normale und eine Stahlverstärkung haben, um Menschen mit 200 Kilo Gewicht oder mehr halten zu können.

 

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