Stadt stellt Verfahren ein

TikTok-Video statt Corona-Party in Apotheke

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Berlin -

Die Nachricht einer angeblichen Corona-Party in einer Düsseldorfer Apotheke ging durch zahlreiche Medien. Die Inhaberin wehrte sich gegen die Vorwürfe und forderte von der Stadt eine Richtigstellung. Jetzt meldete sich das Ordnungsamt bei der Pharmazeutin.

Ende Januar informierte die Stadt Düsseldorf über eine angeblich illegale Party in einer Apotheke. Das Ordnungsamt habe auf Beschwerden von Nachbarn reagiert und in der Offizin acht Menschen ohne Masken angetroffen. „Die Party wurde aufgelöst und entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, hieß es. In zwei Fällen seien entsprechende Verfahren eingeleitet worden.

Kurz darauf meldete sich die Inhaberin zu Wort und klärte den Fall auf. Sie habe acht Zeugen und Mitarbeiter eines Einkaufszentrums, die belegen könnten, dass es sich bei dem Zusammentreffen nicht um eine private Feier gehandelt habe. Über ihren Anwalt forderte die Inhaberin die Stadt auf, dass die Meldung mit der „falschen Tatsachenbehauptung unverzüglich“ von der Internetseite entfernt wird. Dies ist bisher nicht passiert.

Unterdessen fragte die Stadt die Beteiligten nach einer Stellungnahme. Alle hätten ihre Sicht der Dinge geschildert, so die Apothekerin. Am Freitag habe sie Post bekommen – eine Einstellungsmitteilung. Das eingeleitete Verfahren sei eingestellt worden, teilt die Stadt knapp mit. „Mehr hat die Stadt nicht geantwortet“, ärgert sich die Apothekerin. Über ihren Anwalt will sie noch einmal nachhaken.

Der Apothekerin zufolge wurde keine Party gefeiert, sondern ein Tanzvideo für die Plattform TikTok gedreht. Seit längerem macht sie laut eigenen Angaben in den sozialen Medien auf die Leistungen der Apotheke vor Ort aufmerksam. Zielgruppe sind vor allem Jugendliche, die sie gerade in Zeiten des Lockdowns zu Gesundheitsthemen informieren wolle.

Am besagten Abend habe sie gemeinsam mit vier weiteren Personen einen kurzen Clip zum Thema Aspartam in Kaugummis gedreht – ein Thema, das sich mit Mundschutzmasken nur schwer inszenieren lasse. Die Mitarbeiter hätten jeweils ein solches Kaugummi gekaut und eine Packung in der Hand gehalten. Dazu hätten sie einen sogenannten „TikTok“-Tanz aufgeführt.

Alle Vorsichtsmaßnahmen seien eingehalten worden, betont die Inhaberin. Alle Beteiligten hätten vorab einen Selbsttest durchgeführt und durchgehend den Mindestabstand eingehalten. Sie nehme die Schutzmaßnahmen und Auflagen genauso ernst wie alle anderen Kollegen, stellt die Apothekerin klar. Der Dreh nach Feierabend sei alles andere als eine Party mit Lärm, Alkohol und ausgelassener Stimmung gewesen.

 

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