Schokoladen-Café

Die süße Apotheke Maria Hendrischke, 16.05.2016 08:43 Uhr

Berlin - Am Berliner Winterfeldt-Platz steht eine denkmalgeschützte Gründerzeit-Apotheke. Die Inneneinrichtung von 1892 ist komplett erhalten. Die Apotheke dagegen nicht – sie musste 2009 schließen. Seitdem ist in den Räumlichkeiten ein Schokoladen-Café untergebracht. Inhaberin Natascha Kespy erklärt, wieso Schokolade gut in eine Apotheke passt.

Kespy ist eigentlich Schauspielerin. Vor Jahren hat sie allerdings im Schokoladen-Laden eines Freunds zur Weihnachtszeit ausgeholfen. „Ich dachte, das ist eine Art, wie sich in Berlin Geld verdienen lässt“, sagt sie. So gründete sie 2005 das Geschäft „Winterfeldt Schokoladen“ am gleichnamigen Platz in Berlin-Schöneberg. Aber es lief nicht gut; besonders in den Sommermonaten nicht. „Ich schaute mich nach einer größeren Location um, denn ich wollte zusätzlich ein Café eröffnen.“ Da sie sich nicht noch einmal eine neue Stammkundschaft aufbauen wollte, suchte sie nach geeigneten Räumlichkeiten in der Umgebung.

Im Kiez hatte sich damals herumgesprochen, dass Werner Liebheit, Inhaber der Pallas-Apotheke, in Rente gehen wollte. „Die Apotheke seit ihrer Gründung 1892 insgesamt nur drei Besitzer; Liebheit hat dort als Praktikant begonnen und 45 Jahre dort gearbeitet“, erzählt Kespy. Trotz der guten Lage und jahrelanger Suche fand er jedoch keinen Nachfolger. Er hatte die Inneneinrichtung unter Denkmalschutz setzen lassen. Zudem sei die Apotheke – wie es in der Gründerzeit üblich gewesen sei – klein und gedrungen, sagt Kespy. „Liebheit hing sehr an alten Dingen. Doch kein Interessent wollte wohl unter den Bedingungen arbeiten.“

Da die Fassade ihres ersten Geschäfts ebenfalls unter Denkmalschutz stand, ließ Kespy sich davon nicht abschrecken: „Ich wusste, dass die Behörde auch bereit ist, gewisse Kompromisse einzugehen.“ Daher blieb sie hartnäckig – und letztlich konnte sie Liebheit überzeugen und bekam den Zuschlag.

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