Ermittlungen gegen Pflegekraft

Krankenschwester verabreicht Säuglingen Morphium dpa/APOTHEKE ADHOC, 30.01.2020 10:38 Uhr

Berlin - Eine Krankenschwester in Ulm wird verdächtigt, Frühgeborenen, ohne jede medizinische Notwendigkeit Morphium verabreicht zu haben. Gegen die Frau wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags in fünf Fällen beantragt. Über Einzelheiten wollen die Staatsanwaltschaft und das betroffene Klinikum heute bei separaten Pressekonferenzen informieren.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Strafanzeige des Universitätsklinikums Ulm, wie dessen Leitung zuvor mitgeteilt hatte. Den Angaben zufolge litten in der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin kurz vor Weihnachten fünf Frühgeborene nahezu zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen. Untersuchungen ergaben, dass den Säuglingen ein Betäubungsmittel verabreicht wurde, wie die Klinik erläuterte. Dank eines raschen Eingreifens des Krankenhauspersonals sei dies aber nach ärztlicher Einschätzung für die Kinder weitgehend folgenlos geblieben.

Ermittler durchsuchten am Dienstag Räumlichkeiten von Personen, die im fraglichen Zeitraum Dienst auf der Frühgeborenenstation hatten. Dabei fanden sie im Spind der nun tatverdächtigen Schwester eine Spritze mit Muttermilch, die Morphin enthielt. Zu den Motiven gab es zunächst keine Erkenntnisse. „Wir bedauern es sehr, dass es zu einem solchen Zwischenfall gekommen ist, und entschuldigen uns ausdrücklich bei den Eltern und Kindern dafür“, erklärte gestern der Leitende Ärztliche Direktor, Professor Udo Kaisers.

Morphin ist ein Alkaloid, das aus Opium gewonnen wird. Es handelt sich um das stärkste natürlich vorkommende Schmerzmittel. Der Arzneistoff wird beispielsweise zur Behandlung von sehr starken postoperativen Schmerzen und Durchbruchschmerzen eingesetzt. Bei einer Überdosierung kommt es zu zahlreichen Nebenwirkungen, darunter die Atemdepression. Durch die Abflachung der Atmung unterliegt der Körper einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Die tödliche Dosierung bei oraler Aufnahme variiert stark und liegt bei Erwachsenen zwischen 0,3 und 1,5 g. Die letale Dosis bei parenteraler Verabreichung bei ungefähr 100 mg, als Antidot werden Naloxon und Naltrexon verwendet.

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