Meck-Pomm: Silicon Beach an der Ostsee

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Berlin -

Überall in Deutschland wird die Gesundheitsversorgung in dünn besiedelten Regionen immer schwieriger – in den Weiten Mecklenburg-Vorpommerns ist das Problem besonders akut. Die Menschen werden älter, die Infrastruktur schlechter und die Hausärzte weniger. Der Nordosten – 1990 noch das Bundesland mit der jüngsten Bevölkerung – ist zum Vorreiter des demografischen Wandels geworden.

Was eigentlich Grund für größte Sorgen ist, könnte jedoch auch eine große Chance für das Gesundheitswesen sein. „Wir können hier die Blaupause für die ländliche Gesundheitsversorgung in Deutschland entwickeln“, sagt der ärztliche Vorstand der Unimedizin Rostock, Dr. Christian Schmidt. Ein bundesweites Pilotprojekt startet im Oktober.

„Die Fläche Mecklenburg-Vorpommerns ist nicht so groß, die Einwohnerzahl mit rund 1,6 Millionen sehr überschaubar“, erklärt Schmidt. Aus seiner Sicht ideale Voraussetzungen, um zusammen mit dem Elektronikkonzern Philips ein 17-Millionen-Euro-Projekt zu starten, das nun bei der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock vorgestellt wurde.

In dessen Mittelpunkt stehen zunächst Herzpatienten. Sie werden nach ihrer Entlassung aus der Klinik auf freiwilliger Basis mit Blutdruck-Uhren oder Waagen ausgestattet, deren Werte per App an eine Zentrale gesendet werden. In diesen sogenannten Carecentern inklusive 24-Stunden-Betreuung – der zentrale und neue Punkt des Projekts – werden die Daten ausgewertet.

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