Gesundheitsministerkonferenz

Länder beraten über Telematik

, , Uhr aktualisiert am 24.06.2015 14:38 Uhr
Berlin -

Die Einbeziehung der Länder in den Aufbau der Telematikinfrastruktur steht im Zentrum der zweitägigen Konferenz der Gesundheitsminister in Bad Dürkheim. Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) setzt sich dafür ein, dass die Apotheker bei der Erstellung des Medikationsplans im Rahmen des E-Health-Gesetzes stärker eingebunden werden.

Auf die Forderung der Apotheker, in die Erstellung des Medikationsplans einbezogen zu werden, habe Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bereits reagiert, hatte Rundt beim Niedersächsischen Apothekertag gesagt. Demnach sollen die Apotheker Eintragungen in den Medikationsplan vornehmen können, sobald die Telematik-Infrastruktur aufgebaut ist. Niedersachsen unterstütze den Ansatz zur stärkeren Einbindung der Apotheker bei der Erstellung des Medikationsplans und werde dies bei der Konferenz vertreten.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), warb bei ihren Länderkollegen für einen stärkeren Einsatz der Telemedizin. Sie biete gerade in Flächenländern die Chance, die medizinische und ärztliche Versorgung zu ergänzen, sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin. Die Länder verfügten über einen großen Erfahrungsschatz bei der Telematik. Dieser müsse genutzt werden.

Bei der Konferenz gehe es darum, die „Insellösungen“ der Länder im Interesse der Patienten besser zu vernetzen. „Alle Länder in Deutschland haben Telematikprojekte.“ Nun gehe es darum, diese in die Fläche zu tragen, „damit wirklich viele Patientinnen und Patienten davon profitieren“, so Bätzing-Lichtenthäler.

Rheinland-Pfalz will erreichen, dass die Länder mit dem Bund zusammenarbeiten, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben. Nur so könne eine effiziente finanzierbare und hochwertige medizinische Versorgung sichergestellt werden.

„Die Telemedizin kann für Patientinnen und Patienten einen Beitrag zur Verkürzung von Wegen und zur Verringerung von Arztterminen leisten oder durch technische Unterstützung ein langes Wohnen im eigenen Zuhause ermöglichen“, sagte Bätzing-Lichtenthäler, die seit 2014 Gesundheitsministerin ist und von 2005 bis 2009 Drogenbeauftragte der Bundesregierung war.

Auf Initiative von Rheinland-Pfalz soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Telematik im Gesundheitswesen eingerichtet werden. Sie soll bis zur nächsten Sitzung der Minister im Juni 2016 eine Strategie zur Frage erarbeiten, wie sich die Länder vernetzen. Rundt geht es beim Aufbau der Telematikinfrastruktur vor allem um die Chancen für den ländlichen Raum.

Auf der Konferenz geht es neben der Telemedizin unter anderem um die Hygiene in Kliniken, die Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen und die Palliativversorgung.

Die Gewerkschaft Verdi hat zu einer bundesweiten Protestaktion gegen Personalmangel in Krankenhäusern aufgerufen. Zwischen 13.00 Uhr und 13.10 Uhr sollen Beschäftigte Nummernkarten von 1 bis 162.000 hochhalten. Nach Rechnung der Gewerkschaft fehlt diese Beschäftigtenzahl in den Kliniken.

Die Beschäftigten in Kliniken aller Träger seien aufgerufen, in einer symbolischen Aktion jeden einzelnen fehlenden Arbeitsplatz mit einer Ziffer kenntlich zu machen. Nach Angaben von Verdi hat es eine Aktion in dieser Größenordnung noch nie gegeben. Die hohe Bereitschaft sich zu beteiligen, zeige die Dramatik des Personalnotstands.

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