Befunde

Arzt-Übersetzer gewinnen 10.000 Euro Maria Hendrischke, 03.03.2016 12:41 Uhr

Berlin - Die Initiative „Was hab' ich?“ erklärt Patienten kostenlos ihre ärztlichen Befunde. Dazu können Scans der anonymisierten Dokumente in einem Portal hochgeladen werden; die „Übersetzung“ übernehmen Medizinstudenten und Ärzte. Das digitale Projekt gewann eine Google-Ausschreibung – und damit ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Bei der Digitalkonferenz VISION.A erklären die Initiatoren die Idee.

Den Preis erhielt das Portal im Rahmen der Google Impact Challenge. Bei der Ausschreibung konnten sich Vereine bis Mitte Oktober 2015 mit einem digitalen Projekt bewerben. Das Projekt musste mehrere Kriterien erfüllen: Zum einen sollte es sich positiv auf die Lebenssituation einer Gemeinschaft auswirken und digitale Hilfsmittel nutzen, um ungelöste Probleme zu bearbeiten. Zudem musste die Idee umsetzbar sein und Vorbildfunktion haben.

Die Mediziner-Initiative bewarb sich mit seinem E-Learning-Wahlfach. In dem Seminar lernen Medizinstudenten, wie sie Befunde in leicht verständlicher Sprache erläutern können. Die Studenten können so ihre Kommunikationskompetenz verbessern und zugleich Patienten Ängste nehmen. Die Organisation hat bereits Kurse an den Universitäten Hamburg, Heidelberg, Marburg und Dresden durchgeführt. Für das kommende Sommersemester werde das dritte Seminar an der Technischen Universität Dresden geplant, berichtet der Sprecher der Initiative, Ansgar Jonietz.

Aus allen eingereichten Projekten wurden 210 Finalisten gemeinsam von Google und einer Jury ermittelt. Zehn Ideen traten in der Kategorie „Leuchtturm-Projekte“ an, 200 in der Kategorie „Lokale Projekte“ – darunter auch „Was hab' ich?“. Damit habe die Initiative nicht gerechnet, gibt Jonietz zu: „Es gab viele gute Bewerber.“ Die Öffentlichkeit konnte dann zwischen dem 8. und 24. Februar für ihre Favoriten abgestimmen. So wurden unter den Lokal-Projekten 100 Gewinner ermittelt, die von Google je 10.000 Euro erhielten. Da inzwischen zahlreiche Patienten „Was hab' ich?“ kannten, stimmten viele für die Initiative, so Jonietz. Das sicherte den Gewinn.
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