„Wichtig ist, dass wir in dieser Krise nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gesund bleiben.“

Corona-Auszeit: Weniger Ängste dank Hypnose Cynthia Möthrath, 04.04.2020 09:44 Uhr

Hilfe zur Selbsthilfe: Dr. Marco Ramadani führt Menschen mit Corona-Ängsten durch eine Selbsthypnose.

Berlin - Die Medien sind voll mit Infos über das Coronavirus: Schreckensbilder, steigende Infektionszahlen und die ungewohnten Maßnahmen führen bei vielen Menschen zu Ängsten. Dr. Marco Ramadani hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen dabei zu helfen, ihre psychische Gesundheit zu erhalten – auch in Zeiten von Corona. Als Fachmann in Sachen Hypnotherapie stellt er eine kostenlose Selbsthypnose zur Verfügung, die dabei helfen soll.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Ramadani täglich mit der Materie: In Neu-Ulm führt er eine Privatpraxis für Hypnotherapie und Medizinische Hypnose. Dort hilft er Menschen bei unterschiedlichen Krankheitsbildern: von der Angst- und Panikstörung, über Depressionen und Schlafstörungen bis hin zu funktionellen Organbeschwerden. Im Moment würden vor allem viele Angstpatienten nach einem Termin fragen, um ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen, erklärt er. Doch angesichts der aktuellen Lage hat Ramadani seinen Praxisbetrieb eingeschränkt. „Ich nehme derzeit keine neuen Patienten mehr auf“, erklärt er. Seinen Kundenstamm betreut er weiter – allerdings nicht „face-to-face“, sondern per Skype oder am Telefon. Statt Praxis steht derzeit vor allem Krankenhaus auf dem Programm: In einer Schwerpunkt-Klinik für Corona-Patienten unterstützt er das Personal.

Nicht nur seinen Patienten bietet er Hilfe an: Für alle, die mit Ängsten vor dem aktuellen Coronavirus zu kämpfen haben, stellt er eine kostenlose Selbsthypnose zur Verfügung. „Angst ist ein massenhypnotisches Phänomen“, erklärt er. Die Sprachwahl der Politiker und die Bilder in den Medien würden diese Angst zusätzlich schüren. „Da fallen beispielsweise Begriffe wie ‚Krieg‘ und ‚Tod‘.“ Diese wären mit bestimmten Assoziationen verknüpft. „Innerlich erzeugen diese Dinge eine gedankliche Wirklichkeit“, erklärt Ramadani weiter. Der Körper reagiere dementsprechend noch wie in der Steinzeit: Blutdruck und Puls steigen, die Muskulatur spannt sich an und es kommt zu Unruhe – ein Strudel entsteht, aus dem man manchmal nur schwer wieder herauskommt.

Die Hypnotherapie führe dann dazu einen anderen Fokus zu setzen und die Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. „Eigentlich ist es im Moment eher eine De-Hypnose.“ Man werde aus der Corona-Situation herausgeholt und ziehe sich ein Stück weit aus der derzeit chaotischen Wirklichkeit zurück, um in eine ruhigere Situation zu gelangen. „Der Einfluss der Hypnose ist messbar“, erklärt Ramadani. Puls und Blutdruck sinken wieder und es stellt sich ein Konzentrationszustand ein. Während dieser Phase baut der Arzt Suggestionen in die Hypnose ein, die das Gehirn gut aufnehmen kann. Voraussetzungen für die Hypnose gibt es keine: „Man sollte ungestört sein und keiner anderen Tätigkeit nachgehen“, erklärt Ramadani. Außerdem sei die Verwendung von Kopfhörern vorteilhaft. „Es ist wie eine Art Entspannungsübung.“

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