Apothekentester kritisiert Warentest

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Berlin -

Individuelle Dienstleistung statt standardisiertes Produkt: Die Testkäufe von Stiftung Warentest in Apotheken stoßen bei Experten auf Kritik. Im medizinischen Bereich könne ein einmaliger Testkauf keine verlässlichen Ergebnisse liefern, sagt Axel Küwen, der mit seiner Firma AK-Os selbst Betriebe im Gesundheitswesen auf Herz und Nieren prüft. Das Bewertungsverfahren von Warentest sei „unglaublich“, so Küwen.

Küwen moniert, dass bei einem einmaligen Test auch ein Praktikant hinter dem HV-Tisch stehe könne, der mangels Berufsberatung immer anders berate als ein erfahrener Apotheker. Auch sei die Momentaufnahme eines Testkaufs, der nur zwischen zwei und fünf Minuten dauere, nicht geeignet, um die Qualität einer Apotheke zu messen. Schließlich werde lediglich ein Mitarbeiter begutachtet.

Außerdem seien Testkäufer, die nicht selber über einen entsprechenden Erfahrungshintergrund verfügten, gerade in Apotheken nicht verlässlich einsetzbar. „Jede Bewertung erfolgt erst im Nachhinein, und Informationen können dabei falsch bewertet werden“, sagte Küwen.

AK-Os bietet Unternehmen im Gesundheitswesen unter der Marke Uniblox selbst Testkäufe an. 2012 hatte die Firma im Auftrag der Inhaber von elf Berliner Apotheken kontinuierlich von drei Testkäufern besuchen lassen. Getestet wurden die Bereiche Mitarbeiterverfügbarkeit und Kundengespräch, Sozial- und Fachkompetenz, Apotheken- und Warenpräsentation sowie Marketing und Kundenbindung.

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