Spendenaufruf

Afghanistan: Apotheker sammeln für Kinderkrankenhaus

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Berlin -

Die Apotherkerkammer Nordrhein (AKNR) startet einen Aufruf an ihre Mitglieder, sich an einer Spendenaktion für das Indira-Ghandi Kinderkrankenhaus in Kabul zu beteiligen. Anfang des kommenden Jahres sollen mehrere Tonnen medizinischer Hilfsgüter über die Hilfsorganisation Action Medeor nach Afghanistan gebracht werden. Dieser Vorrat reicht den Menschen vor Ort circa ein halbes Jahr.

Das Gesundheitssystem in Afghanistan ist stark von ausländischer Finanzierung abhängig. Es mangelt in Gesundheitseinrichtungen an qualifiziertem Personal, Ausbildung, Medikamenten und Ausrüstung. Action Medeor bringt im neuen Jahr eine Sendung mit einem Umfang von 5,5 Tonnen medizinischen Hilfsgütern direkt in ein Kinderkrankenhaus nach Kabul. Das Riesenpaket beinhaltet unter anderem Injektionen, therapeutische Nahrung, Schmerzmittel, Antibiotika, Hustensaft und fiebersenkende Mittel. „Mit dieser umfangreichen Lieferung sorgen wir dafür, dass die kleinen Patienten im Indira Ghandi-Kinderkrankenhaus ein halbes Jahr lang versorgt werden können“, sagt Christoph Bonsmann, Apotheker und Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation.

Auch die AKNR verfolgt mit Sorge die Berichte über die Gesundheitssituation der afghanischen Bevölkerung. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, um den Kindern, die in Kabul ins Krankenhaus gebracht werden, zu helfen“, sagt Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann. Seit 2014 verbindet das Medikamentenhilfswerk und die Apothekerkammer eine Partnerschaft. „Im Rahmen unserer Kooperation werden wir in dieser Woche einen Aufruf an alle Apotheken in Nordrhein senden, sich an der Kampagne zu beteiligen und die Nothilfe von Action Medeor für das Indira Ghandi-Kinderkrankenhaus Kabul zu unterstützen“, kündigt Hoffmann an.

„Gemeinsam Not-Apotheke sein“

Die Spenden, die die Apotheker:innen jetzt für Action Medeor sammeln, tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die „Notapotheke der Welt“ Menschen in Krisengebieten und ärmeren Ländern mit dringend benötigten Medikamenten, Verbandsstoffen, medizinischer Ausrüstung und technischen Geräten versorgen kann. Am Hauptsitz von Action Medeor in Tönisvorst lagern auf 4000 Quadratmetern rund 150 Medikamente, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als essenziell eingestuft hat. „Im Krisenfall sind wir in der Lage, diese medizinischen Hilfsgüter sehr schnell auf den Weg zu bringen“, schildert Bonsmann. „Dazu haben wir eine humanitäre Logistik etabliert, die darauf ausgelegt ist, Hilfe so effizient wie möglich zu den Menschen zu bringen.“

Die Lage in Afghanistan ist für die Menschen vorort ungebrochen schwierig. Die Wirtschaft ist abgesackt, die Lebensmittelpreise sind um ein Vielfaches gestiegen. Viele Menschen haben nicht genug zu essen. Infolge der Dürre vom vergangenen Sommer sowie der Wirtschaftskrise ist davon auszugehen, dass sich die Situation in diesem Winter noch verschärfen wird.

Wer das Hilfswerk über die Spendensammlung in der Apotheke hinaus unterstützen möchte, kann auch persönlich eine Spende anweisen:

Spendenkonto: Deutsche Apotheker- und Ärztebank DE90 3006 0601 0001 5047 54; Stichwort „action medeor - Kinderkrankenhaus Kabul“ oder unter www.medeor.de/spenden

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