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Anleihe und Aktienausgabe

Zur Rose: Banken sitzen auf Aktienpaketen

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Berlin -

Bei Zur Rose sitzen verschiedene Banken derzeit auf größeren Aktienpaketen. Gleichzeitig muss der DocMorris-Mutterkonzern den Rückkauf einer Anleihe verlängern. Bahnt sich etwas Großes an?

Ende August hatte sich Zur Rose frisches Geld besorgt: Über eine Wandelanleihe und eine Kapitalerhöhung wurden 139 Millionen Franken in die Kasse geholt. Das war weniger als geplant und obendrein teuer: Der Preis je Aktie lag bei 39 Franken – beim Börsengang 2017 wurden die Aktien für 140 Franken ausgegeben, im Februar 2021 notierten sie sogar kurzzeitig bei mehr als 500 Franken. Auch die neue Anleihe ist mit einem Zinssatz von 6,875 Prozent keineswegs günstig.

Verantwortlich für die Platzierung waren auf Bankenseite die UBS, Goldman Sachs und die Bank of America; sie hatten teilweise schon frühere Kapitalmaßnahmen bei Zur Rose begleitet. Auffällig ist aber diesmal, dass sie auch einen Monat nach der Finanzierungsrunde noch auf größeren Paketen von Aktien und Wandelanleihen zu sitzen scheinen: So bestätigte UBS erst heute noch einmal den Erwerb eines Stimmrechtsanteils von rund 20 Prozent, die Bank of America meldete knapp 10 Prozent. Allerdings sind jeweils noch damit korrespondierende Veräußerungspositionen gegenzurechnen. Den Erwerb von 13 Prozent meldete Ende September außerdem die US-Großbank JPMorgan Chase.

Hinter den Stimmrechten stehen Aktien und zum Teil auch Wandelanleihen. Dass diese nicht in den vergangenen vier Wochen am Kapitalmarkt platziert wurden, ist eher ungewöhnlich. Normalerweise geben die beauftragten Banken die ausgegebenen Anteilsscheine zügig an Investoren weiter.

Ladenhüter oder Übernahmespekulation?

Ist man die Papiere nicht losgeworden? Dafür könnte sprechen, dass der Aktienkurs auf unter 30 Franken weiter abgesackt ist. Oder wird doch, wie schon vor Wochen von Medien berichtet, auf ein Übernahmeangebot spekuliert? Ein Indiz dafür wiederum könnte sein, dass Zur Rose beim Rückkauf einer alten und im kommenden Jahr fälligen Anleihe nicht vorangekommen ist: Gerade einmal zwei Drittel wurden eingesammelt – dabei könnte es für die Inhaber attraktiv sein, das Papier, das mit 2,5 Prozent verzinst ist, gegen das neue zu tauschen, das fast den dreifachen Zinssatz hat.

Bei Zur Rose sieht man keine Auffälligkeiten: „Für eine solche Art der Transaktion ist das eine hohe Quote. Wir sind sehr zufrieden damit.“

Vielleicht sind aber auch die Stimmrechtsmitteilungen ganz einfach nicht mehr aktuell. Das saudische Königshaus hatte den Ausstieg bei Zur Rose im vergangenen Herbst mit drei Jahren Verspätung gemeldet – statt wie gesetzlich vorgeschrieben innerhalb von vier Tagen. Weitere Großaktionäre sind aktuell die Finanzinvestoren Frank M. Sands, BlackRock und Reade Griffith sowie die norwegische Staatsbank.

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