Einbruch bei Rx-Umsatz

Shop Apotheke: Bonusverbot kostet 50 Millionen Euro

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Berlin -

Das Verbot von Rx-Boni kostet die niederländischen Versender Umsätze im zweistelligen Millionenbereich. Wie Zahlen von Shop Apotheke zeigen, werden zwei Drittel des Wachstums im OTC-Bereich durch Rückgänge im Rx-Segment aufgezehrt. Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem E-Rezept.

In den ersten neun Monaten wuchsen die Umsätze von Shop Apotheke im deutschsprachigen Raum um 4,4 Prozent auf 618 Millionen Euro. Dahinter stehen zwei gegenläufige Entwicklungen: Während der OTC-Bereich im Vorjahresvergleich um 17,4 Prozent auf 507 Millionen Euro zulegte, schrumpfte der Rx-Bereich um 30,6 Prozent auf 111 Millionen Euro. Während auf der einen Seite also Erlöse von 75 Millionen Euro hinzugewonnen wurden, fehlten auf der anderen Seite Einnahmen von 49 Millionen Euro.

Mit dem Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) wurde im vergangenen Dezember ein wichtiger Wachstumsbereich für die Versandapotheke vorerst durchbrochen: Noch 2020 legte das Rx-Segment um 17,6 Prozent zu, vor allem im März und im Juli schickten viele Verbraucher:innen ihre Rezepte nach Venlo. 27 Prozent des Umsatzes stammten aus dem verschreibungspflichtigen Bereich, 2019 waren es sogar 30 Prozent. Aktuell ist dieser Wert auf 18 Prozent gesunken.

Alle Hoffnungen liegen nun auf dem E-Rezept. Die Verzögerungen hatten – neben den hausgemachten Problemen im Zusammenhang mit Kapazitätsproblemen – für schlechte Stimmung an der Börse gesorgt. Der Aktienkurs hatte sich am Montag dem Tief aus dem August genähert. In gut zwei Wochen hatte er fast 23 Prozent verloren und war damit auch für 2021 wieder deutlich im Minus gelandet. Allerdings gehörte Shop Apotheke zu den größten Profiteuren der Corona-Pandemie: Seit Frühjahr 2020 steht immer noch ein Kursplus von 188 Prozent zu Buche. Der Sdax hat in diesem Zeitraum rund 25 Prozent gewonnen.

Für Shop Apotheke soll das E-Rezept zu einem Gamechanger werden und hohe Millionenumsätze bringen. CEO Stefan Feltens rechnet jetzt damit, dass die Einführung des E-Rezepts in Deutschland kurz bevorsteht. Allerdings hatte die Absage des Roll-outs durch die Gematik auch seine Planungen zunichtegemacht. Noch bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal war man Anfang August davon ausgegangen, dass bis Ende September 50 Praxen und 120 Apotheken an Bord sein würden und dass deren Zahl im vierten Quartal rasant ansteigen würde.

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