Dr. Falk

Renditewunder und Familienzwist Patrick Hollstein, 05.12.2018 10:32 Uhr

Berlin - Dr. Falk gehört zu den Hidden Champions der deutschen Pharmaindustrie. Die Umsatzrendite liegt bei knapp 30 Prozent, die wenigsten Hersteller schaffen es auch nur auf zweistellige Werte. Das Erfolgsgeheimnis ist die Vertriebsstrategie, die auf Firmengründer Dr. Dr. Herbert Falk zurückgeht. Hinter den Kulissen ging es allerdings nicht immer friedlich zu.

1924 in Mühlheim geboren, wächst Falk in Freiburg auf – hier hat sein Vater Emil in den 1920er Jahren die Herdern-Apotheke eröffnet. Nach dem Abitur 1942 muss Falk zunächst als Sanitätssoldat in den Krieg, in Nordafrika gerät er in britische Gefangenschaft. Zurück in seiner Heimatstadt, beginnt er 1947 mit dem Pharmaziestudium. Nach der Promotion arbeitet er ab 1955 in der väterlichen Apotheke, parallel studiert er Medizin.

Als er seine Dissertation in der Tasche hat, gründet er 1960 die Firma Remefa. Bereits in den Jahren zuvor hat er im Labor der Apotheke Herz-Kreislauf-Tropfen entwickelt, die er mit Erfolg auch über Kollegen in der Umgebung vertreibt. Erstes Produkt seiner neuen Firma ist Hepatofalk, ein pflanzliches Arzneimittel mit leberprotektiven Eigenschaften.

Schon damals entwickelt Falk eine Vertriebsstrategie, mit der er jahrzehntelang erfolgreich sein wird: Er besucht die Kliniken, spricht mit den Ärzten. Und er organisiert Fortbildungsveranstaltungen, bei denen prominente Mediziner vor ihren Kollegen sprechen. Die Ergebnisse stellt er in Broschüren zusammen. Außerdem bietet er einen Literaturservice an: Falk abonniert die Fachjournale, wichtige Veröffentlichungen schneidet er aus und stellt sie den Ärzten als Zusammenfassung zur Verfügung.

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