Aufsichtsrat prüft Verkaufsoptionen

Qiagen: Neuer Chef, neue Pläne

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Berlin -

Der Diagnostikkonzern Qiagen bekommt einen neuen CEO: Jonathan M. Pratt wurde mit Wirkung zum 1. September zum  Vorstandsvorsitzenden berufen. Er tritt die Nachfolge von Thierry Bernard an und soll den Konzern durch eine Phase der Neuausrichtung führen.

Pratt war zuletzt Präsident und Vorstandsvorsitzender der Filtration Group und führte das Unternehmen bis zum Abschluss des Verkaufs an die Parker-Hannifin Corporation im August. Zuvor war er als Senior Vice President der Waters Division bei der Waters Corporation und als Päsident von Beckman Coulter Life Sciences, einem Tochterunternehmen von Danaher, tätig und hatte leitende Führungspositionen bei der Pall Corporation inne.

Im Laufe seiner Karriere leitete er globale Geschäftsbereiche in den Bereichen Analysegeräte, Labortechnologien, Software, Verbrauchsmaterialien, Dienstleistungen und Bioprozessanwendungen. Seine Erfahrung umfasst laut Qiagen die kommerzielle Steuerung, das Portfoliomanagement, den operativen Betrieb sowie die Organisationsentwicklung in Märkten mit engem Bezug zum eigenen Portfolio und Kundenworkflows.

Bernard wird als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer zurücktreten und noch bis Jahresende einen geordneten Übergang begleiten.

Möglicherweise soll Pratt den Konzern durch eine neue Verkaufsphase führen. Der Aufsichtsrat will „im Rahmen seiner strategischen Überprüfung und mit Unterstützung unabhängiger Finanz- und Rechtsberater auch künftig mögliche Optionen zur Wertschaffung für Aktionärinnen und Aktionäre sowie andere Stakeholder vor dem Hintergrund des eigenständigen Geschäftsplans von Qiagen und der langfristigen strategischen Ziele des Unternehmens bewerten“.

Große Aktionäre bei Qiagen sind vor allem Finanzinvestoren wie BlackRock. Bereits 2019 hatte der Konzern Verkaufsgespräche geführt. Als möglicher Käufer kam damals der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific in Betracht. Doch das Thema wurde zu den Akten gelegt.

Der Gendiagnostik- und Biotechkonzern startete 1984 als Ausgründung der Düsseldorfer Universität. Aus rechtlichen Gründen hat der Konzern seinen Zentralsitz mit nur relativ wenigen Mitarbeitern im niederländischen Venlo, der größte Standort ist Hilden bei Düsseldorf mit 1300 Beschäftigten. Qiagen stellt zum Beispiel Instrumente für Labore her sowie sogenannte Verbrauchsmaterialien für DNA-Tests, damit sind unter anderem Pipettenspitzen und Probenröhrchen gemeint.

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