„Es geht nicht um Gewinn“

Phoenix-CEO verteidigt Konditionenkürzungen

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Berlin -

Phoenix-CEO Sven Seidel hat die Konditionenkürzungen verteidigt. Diese seien unvermeidlich, sagte er bei der Präsentation der Zahlen für das Ende Januar abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22.

Seidel konnte gute Zahlen präsentieren: Der Umsatz lag mit 30,7 Milliarden Euro knapp 9 Prozent über Vorjahr und über dem Niveau der europäischen Pharmamärkte, die um 5,5 Prozent wuchsen. Inklusive des Warenwerts, den Phoenix gegen Dienstleistungsgebühr auslieferte, lag die Gesamtleistung mit 39,6 Milliarden Euro sogar 10 Prozent über Vorjahr. Auch auf der Ertragsseite sah es gut aus: Bereinigt um wesentliche Einmaleffekte erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern von 288 auf 335 Millionen Euro.

Auch in Deutschland konnte Phoenix ein Umsatzwachstum von 10 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro vorweisen – und damit die Position als Marktführer ausbauen. Zahlen zur Ertragslage hierzulande wollte Seidel nicht machen.

Dennoch sieht Seidel ein herausforderndes Umfeld. Einerseits gebe es eine hohe Wettbewerbsintensität, andererseits sehe man erhebliche Zuwächse bei den Ausgaben. „Wir rechnen in diesem Jahr mit signifikanten Kostensteigerungen im zweistelligen Millionenbereich, denen wir uns bereits jetzt stellen und mit Maßnahmen begegnen müssen.“

In Deutschland seien dies steigende Tarife und der höhere Mindestlohn auf der einen Seite und explodierende Transportkosten. Habe man 2021 noch mit einem Dieselpreis von 1,40 Euro kalkuliert, gehe man nun für 2023 von 2,10 Euro je Liter aus. Dazu kämen CO₂-Steuern sowie deutlich höhere Kosten für Gas und Strom. Auch in die IT-Sicherheit müsse man investieren.

„Wir sind zu Anpassungen gezwungen, es geht nicht um Gewinn, sondern um die Aufrechterhaltung des Systems“, so Seidel. Offenbar ist man in Mannheim entschlossen, die steigenden Kosten vollumfänglich weiterzugeben: Seidel kalkuliert für das laufende Jahr mit einem Ertrag auf Vorjahresniveau.

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