Pharmahersteller

Hennig investiert 7,5 Millionen Euro

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Berlin -

Hennig Arzneimittel braucht mehr Platz. Das Familienunternehmen aus Flörsheim investiert in den Ausbau und die Modernisierung des Standorts in den kommenden Monaten rund 7,5 Millionen Euro. Vor allem OTC-Produkteinführungen und das Wachstum in der Lohnherstellung hätten den Schritt notwendig gemacht.

Wegen der guten Auftragslage sei vor allem im Bereich der Tablettenverblisterung und -konfektionierung die maximale Auslastung erreicht. Nur mit einem erweiterten und modernisierten Maschinenpark könne weiteres Wachstum erzielt werden, heißt es. Laut Firmenangaben konnte die Auftragsherstellung seit 2010 um etwa 60 Prozent gesteigert werden. Der Umsatz in diesem Geschäftsfeld sei mehr als verdoppelt worden.

Die neuen Anlagen sollen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden, die den Fälschungsschutz von Medikamenten sicherstellen sollen. Ein weiterer wichtiger Teil der Ausgaben fließe zudem in den Umzug und die Neuorganisation des Versandlagers, das Apotheken und Großhandel beliefert.

Aufgrund der steigenden OTC-Aktivitäten habe die Versandabteilung, die sich bisher gegenüber des Haupthauses befindet, ihre räumliche Kapazitätsgrenze erreicht. Konsequenz ist die Angliederung an das Zentrallager im wenige Kilometer entfernten Stadtteil Flörsheim-Keramag, wo es noch ausreichend Platz gebe. Zielsetzung sei eine effizientere Logistik und ein optimiertes Lagerkonzept. Im bestehenden Versandlager wird dagegen die neue Konfektionierungsmaschine errichtet.

Der Ausbau der Geschäftsfelder Lohnherstellung und OTC waren nach der Gesundheitsreform von 2010 erklärte Ziele, um das Unternehmen von der Kostenerstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen sowie die immer wieder neuen Ausschreibungen für Rabattverträge unabhängiger zu machen.

Der Anteil der OTC-Produkte betrage inzwischen 12 Prozent am Inlandsumsatz und soll in drei Jahren auf 25 Prozent gesteigert werden. Im Rx-Segment entfallen Hennig zufolge aktuell 49 Prozent des Umsatzes auf Originalpräperate sowie 39 Prozent auf Generika. Bekannte Produkte von Hennig sind das Läusemittel Licener, das Mückenschutzmittel Viticks und die Schluckhilfe Medcoat. Ansonsten hat sich der Mittelständler unter anderem auf Arzneimittel gegen Schwindel und Gleichgewichtsstörungen spezialisiert.

„Zwangsrabatte und Preismoratorium treffen große Pharmakonzerne mit internationaler Ausrichtung weitaus weniger hart als mittelständische Unternehmen unserer Größenordnung. Im Hinblick auf unsere Originalprodukte und das Generika-Sortiment hatten wir spürbar mit Umsatzverlusten zu kämpfen. Glücklicherweise konnten wir auf die Situation flexibel reagieren und haben die Geschäftsfelder ausgebaut, auf die die Einsparungsbemühungen im Gesundheitswesen weitaus weniger Einfluss nehmen“, sagte Holger Schleenhain, der Hennig gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Kai Schleenhain in vierter Generation leitet.

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