Noventi geht für Debeka in Vorleistung | APOTHEKE ADHOC
Direktabrechnung

Noventi geht für Debeka in Vorleistung

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Berlin -

Die Noventi will die Abrechnung von Privatversicherten in Apotheken deutlich erleichtern. Dazu wird es Anfang 2019 ein Pilotprojekt mit der Debeka geben. Die Patienten müssen nicht mehr in Vorleistung gehen, auch die Apotheke trägt kein Risiko.

Während in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) das Sachleistungsprinzip gilt, folgt die Private Krankenversicherung dem Grundsatz der Kostenerstattung: Privatversicherte zahlen die Rechnung in der Apotheke selbst und reichen das Rezept inklusive Beleg bei ihrer Versicherung ein. Nicht selten müssen in der Apotheke zu diesem Zweck die angestempelten Rezepte kopiert werden.

Die Direktabrechnung zwischen Versicherung und Rechenzentrum soll nun institutionalisiert werden. Noventi-Vorstand Dr. Hermann Sommer fasst die Kooperation so zusammen: „Der Patient bezahlt nicht und der Apotheker bezahlt auch nicht.“

Technisch funktioniert das Ganze so: Die Rezeptprüfung findet schon bei der Abgabe statt, die Prüfroutine wurde Sommer zufolge nach vorne verlagert. Noventi übernimmt eine Zahlungszusage gegen über der Debeka. Die Vorkasse am HV-Tisch entfällt damit. Noventi geht in Vorleistung, was dank BaFin-Lizenz möglich ist.

An der eigens zu diesem Zweck gegründeten Noventi Factory ist Noventi selbst mit 80 Prozent beteiligt, die bisherige Prüffirma der Debeka, Global Side, mit 20 Prozent. Die Versicherung gibt damit zwar Verantwortung an das Rechenzentrum ab, gewinnt dadurch aber Sommer zufolge eine große Arbeitserleichterung: Der gesamte postalische Briefwechsel über Erstattungsanträge, Einsprüche und so weiter entfällt.

Dem Vertrag mit der Debeka sollen schnell entsprechende Vereinbarungen folgen. Voraussichtlich im Frühjahr soll das Modell ausgerollt werden. Sommer ist sich nach den ersten Gesprächen sicher, dass die anderen Versicherungen nachziehen werden: „Die PKV will das.“ Ebenso sind die Apotheken nur ein erster Schritt für Noventi. Die sonstigen Leistungserbringer könnten ebenfalls nach diesem Modell abgerechnet werden.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hatte in der Vergangenheit mit mehreren großen Privatversicherern Verträge über die Direktabrechnung geschlossen, etwa mit der Debeka, Allianz sowie HUK Coburg und deren Tochterunternehmen PAX-Familienfürsorge. Damit mussten Versicherte besonders hochpreisige Präparate nicht mehr sofort vor Ort bezahlen – beziehungsweise die Apotheken mussten dieses Risiko nicht mehr auf sich nehmen.

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