Direktabrechnung

Noventi geht für Debeka in Vorleistung Alexander Müller, 15.10.2018 15:12 Uhr

Berlin - Die Noventi will die Abrechnung von Privatversicherten in Apotheken deutlich erleichtern. Dazu wird es Anfang 2019 ein Pilotprojekt mit der Debeka geben. Die Patienten müssen nicht mehr in Vorleistung gehen, auch die Apotheke trägt kein Risiko.

Während in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) das Sachleistungsprinzip gilt, folgt die Private Krankenversicherung dem Grundsatz der Kostenerstattung: Privatversicherte zahlen die Rechnung in der Apotheke selbst und reichen das Rezept inklusive Beleg bei ihrer Versicherung ein. Nicht selten müssen in der Apotheke zu diesem Zweck die angestempelten Rezepte kopiert werden.

Die Direktabrechnung zwischen Versicherung und Rechenzentrum soll nun institutionalisiert werden. Noventi-Vorstand Dr. Hermann Sommer fasst die Kooperation so zusammen: „Der Patient bezahlt nicht und der Apotheker bezahlt auch nicht.“

Technisch funktioniert das Ganze so: Die Rezeptprüfung findet schon bei der Abgabe statt, die Prüfroutine wurde Sommer zufolge nach vorne verlagert. Noventi übernimmt eine Zahlungszusage gegen über der Debeka. Die Vorkasse am HV-Tisch entfällt damit. Noventi geht in Vorleistung, was dank BaFin-Lizenz möglich ist.

An der eigens zu diesem Zweck gegründeten Noventi Factory ist Noventi selbst mit 80 Prozent beteiligt, die bisherige Prüffirma der Debeka, Global Side, mit 20 Prozent. Die Versicherung gibt damit zwar Verantwortung an das Rechenzentrum ab, gewinnt dadurch aber Sommer zufolge eine große Arbeitserleichterung: Der gesamte postalische Briefwechsel über Erstattungsanträge, Einsprüche und so weiter entfällt.

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