Diabetes mellitus Typ II

Neueinführung: Kerendia bei Nierenerkrankung

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Berlin -

Bayer hat die Zulassung für seinen Mineralcorticoid-Rezeptorantagonisten Kerendia (Finerenon) bekommen. Das Mittel wird bei chronischen Nierenerkrankungen bei Typ-II-Diabetikern angewandt. Das Fortschreiten der Erkrankung wird durch die Einnahme verlangsamt.

Kerendia enthält den Wirkstoff Finerenon. Dieser zur Gruppe der Mineralcorticoid-Rezeptorantagonisten gehörende Wirkstoff kann die Krankheitsprogression bei chronischen Nierenerkrankungen (Stadium 3 und 4 mit Albuminurie) in Verbindung mit Typ-II-Diabetes verlangsamen. Finerenon blockiert über eine spezielle Kaskade die Rekrutierung transkriptioneller Coaktivatoren, welche an der Expression proinflammatorischer und profibrotischer Mediatoren beteiligt sind. Als Fibrose wird eine Veränderung von funktionellem Gewebe bezeichnet. Im Falle der Niere führt die pathologische Vermehrung von Bindegewebszellen und Kollagenfasern zu einer verminderten Leistungsfähigkeit des Organs. Indiziert ist das Präparat ab 18 Jahren.

Die Tabletten kommen in zwei Dosierungen in den Handel: 10 mg und 20 mg je abgeteilter Einheit. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg einmal täglich. Vor der ersten Einnahme muss der Serumkalium-Wert bestimmt werden. Bei einem Serumkalium-Wert von ≤ 4,8 mmol/l kann die Behandlung mit direkt Finerenon begonnen werden. Bei Werten über 5 mmol/l sollte die Einnahme nicht erfolgen.

Für die Beratung

Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie sollten täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Die Einnahme darf nicht mit Grapefruitsaft erfolgen. Eine gleichzeitige Behandlung mit CYP3A4-Inhibitoren stellt eine Kontraindikation dar (Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Cobicistat, Clarithromycin, Telithromycin, Nefazodon). Personen mit Morbus Addison (Nebennierenrindenerkrankung mit Hormon-Mangel) dürfen Kerendia nicht einnehmen.

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen gehört die Hyperkaliämie. Häufig kommt es zur Hyponatriämie, Hypotonie, zu Pruritus oder einer verminderten glomerulären Filtrationsrate. In der zulassungsrelevanten Studie Fidelio-Dkd traten Hyperkaliämie-Ereignisse bei 18,3 Prozent der mit Finerenon behandelten Patient:innen auf.

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