Pharmakonzerne

Boehringer: Comeback zum Abschied

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Berlin -

Boehringer Ingelheim hat die Kehrtwende geschafft und seinen Umsatz 2015 gesteigert. Die Erlöse kletterten um 11,1 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro (währungsbereinigt um 4,1 Prozent). Vor allem in den USA läuft es wieder rund; in Deutschland ist noch Luft.

Während das Europageschäft mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 4,1 nahezu stagnierte, konnte der Umsatz auf dem amerikanischen Markt um 16,6 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Die Umsätze in Deutschland waren um 1,1 Prozent auf 902 Millionen Euro rückläufig.

Die wichtigen Geschäftsbereiche wuchsen fast durchweg zweistellig: Das Geschäft mit Rx-Arzneimitteln legte um 10,9 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro zu; hier wuchsen die Blockbuster Spiriva um 9,8 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro und Pradaxa um 7,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Nahezu verdoppelt hat sich der Umsatz mit Diabetespräparaten wie Trajenta, Jentadueto und Jardiance. Dagegen entwickelte sich Micardis rückläufig (956 Millionen Euro, minus 12 Prozent).

Die OTC-Sparte wuchs um 5,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro; gut entwickelte sich vor allem Dulcolax (225 Millionen Euro, plus 12,5 Prozent). Die Tiermedizin legte um 20,1 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro zu, der Umsatz mit biopharmazeutischen Wirkstoffen stieg um 15 Prozent auf 576 Millionen Euro.

Während das Amerikageschäft im Rx-Bereich 50 Prozent ausmacht und Europa nur 24 Prozent, sind es im OTC-Bereich 38 beziehungsweise 38 Prozent. Auch im Veterinärbereich ist der amerikanische Markt mit 51 Prozent fast doppelt so wichtig wie der europäische (27 Prozent).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen um 13,2 Prozent auf drei Milliarden Euro; Boehringer will den Produktnachschub auch künftig im eigenen Haus sichern.

Der zukünftige Konzernchef Hubertus von Baumbach wird weiter an der Neuausrichtung des Portfolios arbeiten. Er verhandelt derzeit mit Sanofi über einen strategischen Tausch: Boehringer will die Veterinärsparte Merial übernehmen und Sanofi dafür das traditionsreiche OTC-Geschäft sowie 4,7 Milliarden Euro in bar überlassen. Von Baumbach übernimmt im Juli die Unternehmensführung.

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