Verhütungsmittel

Bayer nimmt Essure vom Markt

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Berlin -

Erst vor vier Jahren hatte Bayer das Verhütungsmittel Essure erworben. Jetzt ist Schluss, in allen Ländern außer den USA – offiziell aus wirtschaftlichen Gründen.

Bayer stellt die Vermarktung seines Verhütungsmittels Essure außerhalb der USA ein. Dies habe wirtschaftliche Gründe, hieß es vom Unternehmen. Eine Sprecherin betonte, die Entscheidung habe nichts mit Sicherheits- oder Qualitätsbedenken zu tun. Die Spirale steht in verschiedenen Ländern aufgrund von Nebenwirkungen in der Kritik. Im Mai hatten Kanada und andere Länder den Verkauf von Essure ausgesetzt, die EU folgte im August. Bereits verkaufte Spiralen durften hier aber weiter eingesetzt werden.

Beim Essure-Verfahren werden weiche, flexible Mikroeinsätze aus Polyesterfasern, Nickel-Titan und Edelstahl über die Scheide in die Eileiter eingesetzt, die zu einer natürlichen, allerdings irreversiblen Barriere verwachsen. Anders als bei der Verödung ist kein operativer Eingriff notwendig. Seit der Markteinführung im Jahr 2002 sind laut Bayer mehr als 750.000 Frauen weltweit mit dem Verfahren behandelt worden.

Nach dem Einsatz von Essure hatten hunderte Frauen über Blutungen, chronische Müdigkeit, Depressionen, Gewichtszunahme, Fibrositissyndrom, Degenerationskrankheiten, Autoimmun- und Menstruationsstörungen, Migräne, allergische Reaktionen, Fieber, ungewollte Schwangerschaften und Fehlgeburten geklagt. Bei einigen seien die Spulen zumindest teilweise durch den Körper gewandert.

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