Pharmakonzerne

Bayer: Dermatologie kurz vor Verkauf

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Berlin -

Bayer ist nach Medienberichten in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf seines Dermatologie-Geschäfts. Möglicher Käufer sei Avista Capital Partners, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Andere mögliche Bieter seien ausgeschieden.

Das Geschäft könnte auf eine Bewertung von mehr als 800 Millionen Euro kommen. Noch im laufenden Jahr sei ein Abschluss möglich. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Ursprünglich hatte Bayer laut Kreisen im September mehr als eine Milliarde Euro angepeilt. Gegenüber APOTHEKE ADHOC stellte Bayer klar, dass ein Verkauf kein Thema sei.

Bayer stemmt derzeit die größte Übernahme eines deutschen Konzerns im Ausland. Im September hatten die Leverkusener die Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto für insgesamt rund 66 Milliarden US-Dollar verkündet und damit einen monatelangen Poker beendet. Neben den Monsanto-Aktionären müssen aber auch noch die Behörden rund um den Globus dem Deal zustimmen.

Bereits im September machte Bayer deutlich: „Bepanthen ist eine Kernmarke unseres Consumer Health Portfolios. Ein Verkauf der Marke steht nicht zur Debatte.“ Welche Produkte stattdessen verkauft werden könnten oder überhaupt im Besitz des Konzerns sind, wollte ein Sprecher nicht verraten: Weiter kommentiere man die Angelegenheit nicht.

Hierzulande hätte ein Verkauf von Bepanthen/Bepanthol massive Auswirkungen auf das Geschäft: Bepanthen steuert mit 120 Millionen Euro knapp ein Fünftel des OTC-Umsatzes auf Basis der Apothekenverkaufspreise (AVP) bei. Bepanthol ist mit rund 15 Millionen Euro zu vernachlässigen.

Im Gesamtkonzern ist Bepanthen zusammen mit Bepanthol mit Erlösen von rund 355 Millionen Euro (Herstellerabgabepreise, ApU) im Jahr 2015 die Top 5 unter den Consumer-Marken des Konzerns, hinter Claritin, Advantage, Aspirin und Aleve. Dank eines guten Wachstums in Entwicklungsländern konnte der Umsatz in lokalen Währungen um 12 Prozent zulegen.

Insgesamt setzte Bayer im vergangenen Jahr 9,1 Milliarden Euro mit Consumer-Produkten um. Davon entfallen 6,1 Milliarden Euro auf OTC-Produkte, zu denen auch Bepanthen/Bepanthol gehört. Der Rest verteilt sich auf Veterinärprodukte und andere Marken.

Das weltweite Consumer-Geschäft von Bayer wird von den USA aus betreut; Leiterin der Sparte ist Erica Mann. Durch die Übernahme des OTC-Geschäfts von Merck hatte der Bereich 2014 einen deutlichen Schub bekommen; hierzulande war Bayer zuletzt durch die Übernahme von Steigerwald gewachsen. Den Bereich leitet der ehemalige Klosterfrau-Geschäftsführer Stefan Meyer.

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